Idverde: „Attraktivität als Arbeitgeber hat sich verändert“

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky

Hans-Jörg Seidenspinner, Geschäftsführer Jörg Seidenspinner Garten- und Landschaftsbau (l.) und Christopher Nolde, Geschäftsführer Gzimi Garten- und Landschaftsbau (r.) standen TASPO Online Rede und Antwort, hier mit Gzim Krasniqi, Gründer Gzimi Garten- und Landschaftsbau (2. v.l.) und Jan Jörgenshaus, CEO idverde Deutschland (2.v.r.). Foto: idverde

Mit dem Unternehmen Gzimi Garten- und Landschaftsbau aus München hat idverde sein GaLaBau-Netzwerk in Deutschland kürzlich erweitert. Kurz vor dem Beitritt musste Gzimi Insolvenz anmelden. Wir sprachen mit Christopher Nolde, Geschäftsführer bei Gzimi und Hans-Jörg Seidenspinner, Geschäftsführer des ersten deutschen Mitgliedsbetriebes bei idverde, der Seidenspinner GaLa Bau GmbH, über den Beitritt des neuen Unternehmens, die Herausforderungen infolge der Insolvenz und die Mitgliedschaft bei idverde im Allgemeinen.

Herr Nolde, wie kam es zum Beitritt von Gzimi Garten- und Landschaftsbau zu idverde?

Christopher Nolde: Für Gzimi waren die letzten Monate nicht immer einfach, der Schritt in die Insolvenz kein leichter. Aber wir wollen als engagiertes und ambitioniertes Team eine innovative und nachhaltige Zukunft mitgestalten. Damit verfolgen wir das gleiche Ziel wie idverde. In den Gesprächen mit idverde-Deutschland-CEO Jan Jörgenshaus hat sich gezeigt, dass unsere Vorstellungen gut zueinander passen und wir alle von der starken Vernetzung innerhalb Deutschlands und dem internationalen Austausch profitieren können. Die Gruppe ist nicht nur ein starker Player auf dem europäischen Garten- und Landschaftsbaumarkt, sondern als Partner auf Langfristigkeit und gesundes Wachstum ausgerichtet. Da war schnell klar, die Zusammenarbeit mit idverde ist der richtige Weg für uns.

Was hat es mit der Insolvenz von Gzimi auf sich und welche Rolle spielt idverde für das weitere Verfahren?

Christopher Nolde: Im April dieses Jahres mussten wir aufgrund von Liquiditätsschwierigkeiten einen Insolvenzantrag stellen. Das Unternehmen konnte am Ende das eigene Wachstum nicht profitabel gestalten. Den Geschäftsbetrieb von Gzimi konnten wir jedoch durchgängig aufrechterhalten. Mit einem sicheren Insolvenzplan und idverde als starkem Partner sind wir nun bestens aufgestellt und blicken positiv in die Zukunft. Es zeichnet sich bereits deutlich ab, dass wir durch den Zusammenschluss mit idverde neue Aufträge generieren.

Gibt es bereits Zukunftspläne bei der Restrukturierung?

Christopher Nolde: Unsere Teamaufstellung und Ausrichtung bleiben zunächst unverändert. Gzim Krasniqi und ich führen das operative Geschäft weiter. Wir stehen in engem Austausch mit Jan Jörgenshaus und den anderen idverde-Mitgliedern, um voneinander zu lernen, Kompetenzen bestmöglich einzusetzen und Entwicklungschancen zu nutzen. 

Was versprechen Sie sich von der Zusammenarbeit?

Christopher Nolde: In erster Linie freuen wir uns auf die kommenden gemeinsamen Projekte und den Ausbau unseres Teams. Wir können im operativen Geschäft wieder richtig durchstarten und unseren Kolleginnen und Kollegen sowohl Sicherheit als auch vielfältige Entwicklungschancen bieten. Vor allem, unsere Kompetenzen im Bereich Dach- und Flächenbegrünung zu vertiefen und auszubauen, ist für uns eine Chance. Gemeinsam können Gzimi und idverde eine besondere Stellung für den GaLaBau im Raum München einnehmen – das macht uns attraktiv für Kunden und Nachwuchskräfte.

Gab es vorher bereits Kontakt zu Seidenspinner oder Landscape?

Christopher Nolde: In der GaLaBau-Branche kennt man sich. Und natürlich haben wir die Entwicklung von idverde erst gemeinsam mit Seidenspinner und später mit Landscape sehr aufmerksam beobachtet. Wir sind gespannt, die Beziehungen nun zu vertiefen und den Austausch zu intensivieren. Regional und fachlich sehen wir bereits viele Synergien.

Herr Seidenspinner, Sie sind mittlerweile seit einem Jahr Teil von idverde. Was hat sich für Ihr Unternehmen in dieser Zeit verändert?

Hans-Jörg Seidenspinner: Die wohl größte Veränderung ist der intensive und wertvolle Austausch mit dem internationalen Netzwerk zu Innovationen. Neben fachlicher Kompetenz geht es viel mehr als früher um Zukunftsthemen. Auch unsere Attraktivität als Arbeitgeber hat sich verändert – zum einen durch die Karrierechancen, die idverde bietet, aber auch durch neue Impulse der Gruppe, durch die wir uns als Unternehmen stetig weiterentwickeln.

Was sind die Vorteile der idverde Gruppe?

Hans-Jörg Seidenspinner: Nach über einem Jahr Zusammenarbeit mit idverde kann ich sagen: Es gelingt der Gruppe auf einzigartige Weise, die verschiedenen Welten miteinander zu verbinden. Damit meine ich die Verbindung von traditionellem Handwerk mit Innovation und Technik, die regionale Stärke einzelner Unternehmen mit der internationalen Vernetzung, die Eigenständigkeit im Betrieb vor Ort mit den Zielen der Gruppe und vieles mehr. Das empfinde ich als wertvoll und weiß die Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit dem idverde Deutschland Geschäftsführer Jan Jörgenshaus sehr zu schätzen.

Wie sieht die Kommunikation untereinander aus? Gibt es regelmäßigen Austausch zwischen den Mitgliedsunternehmen?

Hans-Jörg Seidenspinner: Ja, der Austausch zwischen Landscape und uns hat über die letzten Monate bereits stetig zugenommen. Wir freuen uns, dass sich das Netzwerk mit Gzimi nun auch bis nach München erstreckt. Ich denke, dass wir drei starke Standbeine für idverde bieten. Über den regionalen Austausch hinaus gibt es immer wieder Anknüpfungspunkte an übergeordnete Gruppenthemen und Aktivitäten von Mitgliedsunternehmen in ganz Europa.

Herr Seidenspinner, Sie waren in Olching vor Ort, als Gzimi offiziell in die Gruppe aufgenommen wurde. Bringen Sie sich als erster Mitgliedsbetrieb in Deutschland noch anderweitig bei idverde ein?

Hans-Jörg Seidenspinner: Was eine Gruppe wie idverde ausmacht, sind natürlich am Ende wir als Mitglieder. Entsprechend bringt jedes Unternehmen seine eigene Identität und individuelle Stärken mit ein. Als erster Betrieb war das Maß der Mitgestaltung am Anfang besonders hoch und Jan und ich sind dadurch ein gutes Team geworden. Dass wir gemeinsam weiterwachsen wollen, heißt aber auch, dass wir die Impulse, die jeder Betrieb einbringt, gleichermaßen berücksichtigen.