Idverde: „GaLaBau trägt eine besondere Verantwortung“

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Idverde Deutschland Geschäftsführer Jan Jörgenshaus stand der TASPO Rede und Antwort. Foto: idverde

Das international agierende und ursprünglich aus Frankreich stammende GaLaBau-Netzwerk Idverde hat 2020 den deutschen Markt für sich eröffnet und mit dem Stuttgarter Unternehmen Seidenspinner und dem Mainzer GaLaBau-Betrieb Landscape die ersten beiden Mitgliedsbetriebe gefunden. TASPO Online sprach mit Idverde Deutschland-Geschäftsführer Jan Jörgenshaus über das Unternehmen.

Herr Jörgenshaus, was waren die Beweggründe der Unternehmensgruppe, nach Deutschland zu expandieren?

Idverde ist Europas führender Anbieter für Garten- und Landschaftsbau. Dabei verstehen wir uns als Netzwerk mit aktuell über 150 Niederlassungen in Dänemark, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und der Schweiz. Wir betrachten den Markteintritt in Deutschland als einen zentralen Baustein für die Weiterentwicklung des Unternehmens. Deutschland ist Europas größter GaLaBau-Markt, entsprechend sehen wir viel Potenzial für idverde. Hinzu kommt, dass wir hier mit unserem Geschäftsmodell von Beginn an auf offene Ohren und großes Interesse gestoßen sind.

Mit Seidenspinner hat sich in diesem Jahr das erste Mitgliedsunternehmen finden können, jetzt kam mit Landscape aus Mainz ein zweites hinzu. Wie sind die weiteren Expansionspläne?

Unser Ziel ist es, deutschlandweit Unternehmen für das idverde-Netzwerk zu gewinnen und bestmöglich Synergien zwischen den Mitgliedern herzustellen. Dafür befinden wir uns fortlaufend im intensiven Austausch mit Unternehmern und Unternehmerinnen im gesamten Bundesgebiet, um miteinander zu prüfen, ob die Vorstellungen zueinander passen und eine dauerhafte Zusammenarbeit für beide Seiten denkbar ist. Da es sich bei jedem Unternehmen um einen sehr individuellen Prozess handelt, ist die Geschwindigkeit für künftige Entwicklungen nicht leicht vorherzusagen.

Gibt es bestimmte Regionen, auf die Sie sich bei Ihren Expansionsplänen konzentrieren?

Wir fokussieren uns nicht auf eine bestimmte Region, sondern möchten deutschlandweit tätig werden. Dennoch macht es natürlich Sinn, die Vorteile, die eine starke regionale Präsenz bietet, auch zu nutzen. Im GaLaBau spielen lokale Beziehungen eine wichtige Rolle. Deshalb achten wir darauf, dass Mitgliedsunternehmen aus derselben Region optimal voneinander profitieren können. Beispielsweise ist es uns wichtig, im Südwesten die Verbindung von Seidenspinner und Landscape zu stärken. Gleichzeitig suchen wir neue Ansatzpunkte in weiteren Regionen Deutschlands.

Gibt es eine Anzahl an Unternehmen, die Sie sich als Ziel gesetzt haben?

Aus unserer Sicht kommt es weniger auf eine konkrete Anzahl an als vielmehr auf die richtige Auswahl und das Zusammenspiel der Mitgliedsunternehmen. Nur so erreichen wir den besten Service für unsere Kunden und optimale Entwicklungsmöglichkeiten für unser Unternehmensnetzwerk. Dabei geht es uns nicht nur um wirtschaftliche Weiterentwicklung. Uns ist es ebenso wichtig, mit allen beteiligten Unternehmen gemeinsam an unseren inhaltlichen Zielen zu arbeiten, wie zum Beispiel einer klaren Positionierung zum Thema Klimawandel.

Wodurch profitieren Betriebe, wenn sie sich dem idverde-Netzwerk anschließen?

Zu unserem Netzwerk gehören überaus erfahrene und renommierte GaLaBau-Unternehmen aus vielen Ländern Europas. Idverde vereint deshalb heute ein sehr hohes Niveau an handwerklicher, technischer und kaufmännischer Expertise und davon profitieren selbstverständlich alle Mitgliedsunternehmen. Dabei prägen insbesondere Arbeitssicherheit und Nachhaltigkeit unsere gruppenweiten Leitlinien. In diesen Bereichen möchten wir von- und miteinander lernen, um stetig besser zu werden. Das gelingt nur, wenn wir in allen Bereichen fortschrittlich denken und agieren: also auch im Projektmanagement, in der Digitalisierung, der Stadtentwicklung und der Personalentwicklung.

Wie sondieren Sie den Markt und was müssen potentielle Mitgliedsunternehmen mitbringen, um Teil der idverde-Gruppe zu werden?

Für uns sind Unternehmen spannend, die gemeinsam mit uns einen neuen Weg gehen und sich aktiv weiterentwickeln möchten. Es ist uns wichtig, dass jedes Mitglied seine Stärken kennt, beherrscht und einsetzt. Denn nur so ist eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe möglich. Wir sind stolz darauf, dass viele ehemalige Eigentümer und Eigentümerinnen nach wie vor im Management aktiv sind, was die hohe Eigenverantwortlichkeit unserer Mitgliedsunternehmen widerspiegelt.

Gibt es schon weitere Unternehmen, die Sie auf dem Zettel haben oder die gar direkt auf Sie zukommen, um Teil von idverde zu werden?

Mein Eindruck ist, dass viele Marktteilnehmer und -experten interessiert und offen für unser Konzept sind. Die Zahl der Mitgliedsunternehmen steigt und wir führen – auch aktuell – zahlreiche Gespräche mit interessierten GaLaBau-Unternehmen. Ich bitte jedoch um Verständnis, dass weitere Details hierzu natürlich vertraulich sind. 

Welche Herausforderungen sehen Sie für den GaLaBau der Zukunft?

In vielen Branchen ist der bewusste und ressourcenschonende Umgang mit unserer Umwelt eine der größten Herausforderungen der Gegenwart – und sie hat maßgeblichen Einfluss auf unser aller Zukunft. Der GaLaBau trägt dabei eine besondere Verantwortung, da wir als Umweltdienstleister direkten Einfluss auf eine nachhaltige Stadtentwicklung, grüne Infrastrukturen und die umweltfreundliche Gestaltung von Lebensräumen haben. Zu diesen Themen klar Stellung zu beziehen und sie innerhalb der Unternehmen und Verbände weiter voranzutreiben, betrachte ich für den GaLaBau als wichtigen Teil unserer gesellschaftlichen und unternehmerischen Verantwortung.