Grüne Branche

ifo-Umfrage: Mindestlohn führt zu Personalabbau und Preiserhöhung

Laut einer aktuellen Umfrage des ifo-Instituts planen Unternehmen, die ab dem 1. Januar zur Berücksichtigung des Mindestlohns verpflichtet sind, gravierende Einsparungen bei den Personalkosten. Rund ein Viertel der befragten Unternehmen wird außerdem die Preise im neuen Jahr erhöhen. Allerdings sprachen sich auch 43 Prozent aller Befragten dafür aus, keine Maßnahmen zu ergreifen.

Das ifo-Institut befragte 6300 Unternehmen zu den Auswirkungen des Mindestlohns. Foto: ifo

Oben auf der Rangliste der Einsparungen steht die Kürzung der Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld. Immerhin 23 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus. Mehr als jeder fünfte befragte Unternehmer gab an, Personal abbauen zu wollen oder zumindest die Arbeitszeiten zu verkürzen (18 Prozent). Lediglich 16 Prozent sprachen davon, die Investitionstätigkeit des Unternehmens einschränken zu wollen.

Im Einzelhandel wird hauptsächlich Personal abgebaut
Im Einzelhandel werden als Reaktionen hauptsächlich Personalabbau (29 Prozent) und verkürzte Arbeitszeiten (33 Prozent) angegeben. Dienstleister wollen dagegen mit steigenden Preisen reagieren. Laut ifo-Umfrage sei der Einzelhandel (43 Prozent) vom Mindestlohn gleich nach dem Gastgewerbe (72 Prozent) am zweitstärksten betroffen. Die Dienstleister würden zu 31 Prozent von der Anpassung der Löhne beeinflusst. Ostdeutsche Unternehmen sind dem ifo zufolge deutlich stärker betroffen als westdeutsche, im Verhältnis 43 zu 24 Prozent. Beim Einzelhandel sind es im Osten sogar 61 Prozent.

Bei der monatlichen Umfrage für den ifo-Index wurden im November über 6.300 Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe, der Dienstleistungsbranche sowie dem Groß- und Einzelhandel um Auskünfte zu ihrer Reaktion auf den neuen Mindestlohn gebeten. (ts/ifo)