Grüne Branche

igs: Besucherzahlen haben angezogen

Die Besucherzahlen der Internationalen Gartenschau (igs) in Hamburg haben angezogen. Anfang der vergangenen Woche zählte die igs 700.000 Besucher insgesamt, derzeit pro Wochentag rund 7.000 bis 8.000, am Wochenende pro Tag mehr als 12.000. 

Rund 12.000 Besucher pro Tag zählt die igs aktuell am Wochenende. Foto: igs 2013/Andreas Bock

Damit liegt die Schau zwar immer noch hinter ihren recht hoch angesetzten Erwartungen zurück. Es gibt aber deutliche positive Zeichen. So finden in letzter Zeit vermehrt Besucher aus Hamburg selbst den Weg nach Wilhelmsburg. Die hatten sich bisher laut Aussagen von Pressesprecherin Kerstin Feddersen eher etwas schwerer getan: igs-Besucher kamen laut Statistik mit 52 Prozent bisher vermehrt aus dem Umland der Metropolregion und aus dem gesamten Bundesgebiet.

Und noch ein zweiter Trend sei deutlich zu spüren: Man sieht zunehmend mehr jüngere Besucher und Familien. Vor allem die „Welt der Bewegung“ mit ihren vielen Sport- und Spielmöglichkeiten sei stetig voll besetzt. Immer mehr Familien kämen mit Bollerwagen und Picknickkorb aufs Gelände. „Damit hat die igs ein wesentliches, nämlich das städteplanerische ihrer Ziele erreicht“, resümiert Sibylle Eßer von der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG): „Die vielfältigen Menschengruppen des Stadtteiles mit seinen rund 90 Nationen nutzen den Park zunehmend als Aufenthalt, um zusammenzukommen.“

Sicher auch aufgrund der negativen Berichterstattung in vielen Medien hatte die igs auf ein sonst übliches, öffentliches Halbzeitresümee verzichtet. „Es gab dazu keinen Anlass, unsere Zahlen waren sowieso in den Medien präsent“, sagt Feddersen. Die Presse habe die igs in vielen Punkten unverdient niedergeschrieben, kritisiert Eßer. „Das hat uns neben dem schlechten Anfangswetter die Kommunikation schwer gemacht“, bestätigt Feddersen. Die negative Berichterstattung stehe auch ganz klar im Kontrast zu den Aussagen derer, die wirklich auf der Gartenschau waren: Denen gefiel es laut Zuschriften, Facebook und Befragung ausnehmend gut.

Im Ranking landeten bei der letzten Befragung der DBG die gärtnerischen Beiträge mit Blumenauswahl und Gestaltung und die gärtnerische Vielfalt an erster und zweiter Stelle, gefolgt vom Spielbereich, dem Kriterium Familienfreundlichkeit und der Monorailbahn. Zufriedene Besucher also – aber warum dann doch soviel Medienkritik? „Das Konzept der igs ist mit seinen Themenbereichen sehr komplex“, gibt Feddersen zu. Nur 40 von 80 Themengärten waren mit erläuternden Flyern versehen, bedauert auch Eßer, Volontiers gab es nicht vor Ort.

So viel Erklärungsnotwendigkeit könnte dem einen oder anderen Besucher vielleicht zu viel gewesen sein, Themen wie beispielsweise die Containerwelten haben sich vielen nicht erschlossen. Das igs-Team arbeitet derzeit kräftig daran, die Besucherzahlen weiter zu steigern: Besucher der Küstenregion und von Hotels werden gezielt angesprochen, die igs lockt mit einem attraktiven Beiprogramm, Konzerten und Preisangeboten. „Wir sind optimistisch, dass die letzten Monate stabile Zahlen bringen“, so Feddersen. (kla)