Grüne Branche

Ilse Aigner in der Gärtnerei Lemberghof in Erdmannhausen

Am 20. Juli freute sich der Bio-Kräutergartenbetrieb Lemberghof in Erdmannhausen über den Besuch von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner. Während der Betriebsbesichtigung der Gärtnerei Lemberghof in Erdmannhausen konnte sich die Bundeslandwirtschaftsministerin von der Innovationskraft im Wirtschaftszweig Landwirtschaft und Gartenbau überzeugen und lobte den großen Ideenreichtum, den der Betrieb Lemberghof in einer kreativen Bewässerungsanlage unter Beweis stellte. 

Ilse Aigner besuchte die Gärtnerei Lemberghof. Foto: Anja Scheurenbrand/Württembergischer Gärtnereiverband

„Wir brauchen ein stärkeres Bewusstsein im Umgang mit Lebensmitteln sowie eine höhere Wertschätzung von Qualität“, forderte Ilse Aigner bei ihrem Besuch am 20. Juli. Sie verdeutlichte den Besuchern, dass Lebensmittel nicht aus dem Regal stammen, sondern von Gärtnern, Bauern und verarbeitenden Betrieben, die schwer dafür arbeiten.

Die Betriebsleiterfamilien Mergenthaler und Wacker haben ihre Kräuterproduktion seit 2007 komplett nach Bio-Richtlinien umgestellt. Topfkräuter wie Basilikum, Thymian oder Melisse gelangen über den Bio-Groß- und Einzelhandel oder über den Gemüsering zum Endverbraucher. Im Zuge ihrer Rede war es der Bundeslandwirtschaftsministerin ein Anliegen, das Thema Regionalität zu verdeutlichen. Immer mehr Deutsche achten laut Umfragen auf die regionale Herkunft der Produkte.

Aigner machte darüber hinaus deutlich, sie stehe bei der Überarbeitung des europäischen Saatgutrechtes für eine uneingeschränkte Erhaltung alter Sorten. Selbst in einem mittelständischen Betrieb aufgewachsen, möchte Aigner sich auch weiterhin gegen einen Ausbau der Erbschaftssteuer und der Substanzbesteuerung aussprechen. Thema ihrer Rede war auch der Umgang mit Pflanzenschutzmaßnahmen.

In der anschließenden Fragerunde wurde der Umgang mit Lebensmittelkrisen diskutiert. Ralf Mergenthaler forderte, dass solche Krisen nicht auf dem Rücken von Gärtnern, Landwirten und Handel ausgetragen werden dürfen. Ministerin Aigner äußerte dafür Verständnis. Lebensmittel seien sensible Produkte und Probleme würden von bestimmten Medien schnell skandalisiert. Ziel müsse es sein, Betrugsfälle in Zukunft früher zu erkennen und „schwarzen Schafen“ das Handwerk zu legen, bevor diese größeren Schaden anrichten können.

Die Gartenbaubranche leistet einen beträchtlichen Beitrag von 20 Milliarden Euro zur Bruttowertschöpfung. 700.000 Arbeitsplätze bietet das Cluster und mit 1,7 Prozent landwirtschaftlicher Fläche werden für die Bundesrepublik vierzehn Prozent Verkaufserlöse erzielt. (ts/wgv)