Grüne Branche

Im Burgund: Gedenkstätte für Résistance-Gefallene

Wenn in Deutschland Ende November anlässlich des Volkstrauertags wieder der zivilen Toten von Gewaltherrschaft und gefallenen Soldaten aller Kriege gedacht wird, stehen noch immer die Opfer des Zweiten Weltkriegs im Fokus. Im Nachbarland Frankreich starben im militärischen Sinne ganz überwiegend Widerstandskämpfer, denen am „Tag des Sieges“ (8. Mai) und am Nationalfeiertag (14. Juli) gedacht wird.

Weit in den Himmel ragt die weiße Säule mit dem Lothringer Kreuz. Foto: Herrgen

Im Süd-Burgund, im 350-Seelen-Ort Beaubery, wird an exponierter Stelle an 97 Résistance Kämpfer erinnert, die zwischen Ende 1943 und 1945 im Kampf gegen die deutsche Besatzungsmacht ihr Leben verloren, oder inhaftiert, gefoltert und hingerichtet wurden. Das Monument aus weiß getünchtem Beton mit dem Lothringer Kreuz, das „Gegenzeichen“ zu Hitlers Hakenkreuz, trägt alle Namensinschriften auf roten Granittafeln und ist wie eine „Nadel“ auf dem Hausberg des Ortes platziert.

In den Wald wurde nach Norden eine Schneise geschlagen, so dass die Anlage weithin sichtbar ist. Zwei alte Kanonen rahmen den Treppenaufgang des Denkmals von Süden mit Blick auf Beaubery und in die weite Hügellandschaft des südlichen Burgunds. Ein großes grünes „V“ aus Buchsbaum ist zwischen die beiden Flügel des Treppenaufgangs gepflanzt. Es symbolisiert den Sieg (frz. „victoire“) über die Besatzer und die Befreiung nach fünf Jahren Unterdrückung.
Mehr dazu in der November-Ausgabe der Friedhofskultur ab Seite 28.