Grüne Branche

"Im schlimmsten Fall ist ein Betrieb arbeitsunfähig"

Die Gartenbaubetriebe haben in der Regel nur einen kleinen Mitarbeiterstamm. Was genau passiert, wenn ein oder mehrere Mitarbeiter an Schweinegrippe erkrankt sind oder der Verdacht besteht, mit den betroffenen Mitarbeitern? Die TASPO befragte dazu Dr. Holger Scharlach vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (Hannover), dort zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Treten Erkrankungssymptome während der Arbeit auf, soll der Mitarbeiter umgehend die Arbeitsstelle verlassen und nach vorhergehender telefonischer Kontaktaufnahme einen Arzt aufsuchen. Wird die neue Influenza diagnostiziert, kann das Gesundheitsamt ein Tätigkeitsverbot für die Dauer von sieben Tagen ab Erkrankungsbeginn aussprechen, sofern nicht der behandelnde Arzt den Mitarbeiter ohnehin für arbeitsunfähig hält.

Und was passiert mit den übrigen Mitarbeitern? Die Mitarbeiter, die vorher direkten Kontakt zu dem erkrankten Mitarbeiter hatten, sollten informiert werden, sich beobachten und bei Erkrankungssymptomen nicht zur Arbeit gehen und ebenfalls nach vorhergehender telefonischer Kontaktaufnahme einen Arzt aufsuchen. Treten keine Symptome auf, können sie weiter uneingeschränkt ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen. Gibt es Entscheidungsspielräume der jeweiligen Behörden vor Ort? In jedem Fall gibt es diese Entscheidungsspielräume. Es erfolgt bei den örtlichen Gesundheitsbehörden immer eine Abwägung, ob die Maßnahmen zur Verhinderung der Übertragung verhältnismäßig sind. Welche Möglichkeiten ein Betrieb hat, der Schweinegrippe vorzubeugen, beleuchten wir ausführlich in TASPO 34/09. Außerdem finden Sie hier weitere Einschätzungen und die Anleitung für einen Notfallplan.