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Im Totenreich sind alle gleich – der Waldfriedhof in Hanerau-Hademarschen

„Im Totenreich sind alle gleich“ – so heißt der Titel eines Totentanzbildes aus dem 18. Jahrhundert und natürlich trifft diese Aussage auf alle Verstorbenen zu, die in der Friedhofserde ruhen. Doch ihre Grabstätten auf den Friedhöfen sind nur selten „alle gleich“ gewesen.

Immer gab es den Wunsch, einzelne Verstorbene durch besondere Erinnerungszeichen zu ehren oder die Grabstätte der eigenen Familie besonders aufwendig auszustatten. Doch es gab auch Gegenbewegungen, die tatsächlich den Gleichheitsgedanken im Leben und im Tode verwirklichen wollten. In der Friedhofsgeschichte ist besonders die Herrnhuter Brüdergemeine bekannt geworden, die ihren Ursprung in der „Protestbewegung der Böhmischen Brüder“ beziehungsweise – wie sie sich selbst nannten – der „Brüder-Unität“ hatte. Diese frühen Protestanten beriefen sich auf den Reformator Jan Hus und ließen für ihre Gemeinschaft nur die Aussagen der Bibel gelten. Als die Gegenreformation einsetzte, mussten sie aus ihrer Heimat flüchten und erhielten von Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf auf dessen Gut Berthelsdorf in der Oberlausitz Asyl. Dort gründeten sie 1722 eine neue Arbeits- und Lebensgemeinschaft, die sie, da sie sich unter der „Obhut des Herrn“ fühlten, „Herrnhut“ nannten. 

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