Immer mehr Bundesländer öffnen gärtnerischen Einzelhandel

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Vielen vorproduzierten Frühjahrsblühern hätte ohne die zeitnahe Öffnung von Gartencentern, Baumärkten oder Gärtnereien die Vernichtung gedroht. Foto: Gartenbau NRW

Lichtblick für die Produzenten von Frühjahrsblühern, Zwiebelpflanzen oder Stauden: Immer mehr Bundesländer erlauben die Öffnung des gärtnerischen Einzelhandels. Während in Nordrhein-Westfalen seit diesem Montag für Gartencenter oder Baumärkte neue Corona-Lockerungen gelten, ist unter anderem in Bayern und Baden-Württemberg ab dem 1. März der Verkauf von Blumen und Pflanzen wieder erlaubt.

Öffnung von Gartencentern und Co. mit verderblicher Ware begründet

Laut den am Dienstag vom bayerischen Kabinett gefassten Beschlüssen, dürfen ab 1. März Blumenläden, Gärtnereien, Gartencenter, Baumschulen sowie Baumärkte im Freistaat wieder öffnen. Ministerpräsident Markus Söder hat diesen Schritt Medienberichten zufolge damit begründet, dass die Ware des gärtnerischen Einzelhandels verderblich sei und das Geschäft mit Blumen und Pflanzen andernfalls die Discounter übernehmen würden. Für Sachsen-Anhalt kündigte Ministerpräsident Reiner Haseloff nach einer Kabinettssitzung ebenfalls an, dass Gartenmärkte, Gärtnereien, Blumenläden sowie Baumärkte ab kommender Woche wieder den Betrieb aufnehmen könnten.

Auch in Brandenburg dürfen am 1. März Gartenmärkte, Gärtnereien und Blumenläden wieder öffnen, wie Ministerpräsident Dietmar Woidke nach einer Kabinettssitzung bekanntgab. In Mecklenburg-Vorpommern ist dies ab kommendem Montag Gartencentern und Baumschulen gestattet, wie es seitens der Landesregierung heißt. Rheinland-Pfalz hat seine Corona-Verordnung ebenfalls angepasst, sodass ab kommender Woche Blumenläden, Gärtnereien und Gartencenter wieder verkaufen dürfen – allerdings nur im Außenbereich. Für Baumärkte ist zudem die Beschränkung auf ein „gartencentertypisches“ Sortiment vorgeschrieben.

Lockerungen in mehreren weiteren Bundesländern

Im Nachbarland Baden-Württemberg einigte sich die Landesregierung am Dienstag laut Medienberichten darauf, dass Gärtnereien, Gartenmärkte und Blumenläden am 1. März wieder öffnen dürfen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann nannte demnach als Gründe für die Lockerung, dass viele Läden im Freien verkaufen könnten und die Betroffenen zudem viel verderbliche Ware hätten, weshalb eine weitere Schließung für sie sehr hart wäre. Auch Baumärkte dürfen öffnen, solange sie nur Pflanzen und Gartenbedarf verkaufen. In Schleswig-Holstein können laut der Landesregierung Blumenläden, Gärtnereien und Gartenbaucenter ab Montag wieder öffnen, in Thüringen gilt dies für Baumschulen, Gartenmärkte, Gärtnereien und Floristikbetriebe. Und auch im Saarland soll der Lockdown für Blumenläden, Gärtnereien und Gartencenter ab 1. März enden. In Bremen, Niedersachsen und Hessen sind die grünen Einzelhandelsbetriebe bereits in den vergangenen Wochen geöffnet worden.

Neue Lockerungen gelten überdies in Nordrhein-Westfalen – durften bis zum 22. Februar lediglich Gewerbetreibende in den Gartencentern und Baumärkten einkaufen, ist dies seit diesem Montag auch wieder Privatkunden möglich. Laut der jüngsten Corona-Verordnung des Landes betrifft dies vorerst jedoch lediglich ein begrenztes Sortiment – verkauft werden dürfen demnach nur Gemüsepflanzen und Saatgut, wozu unter anderem Samen, Blumenzwiebeln und Pflanzkartoffeln gehören, sowie „Waren des unmittelbaren Zubehörs“ wie zum Beispiel Übertöpfe. Bislang war in NRW lediglich der Verkauf von Schnittblumen und verderblichen Topfpflanzen erlaubt.

Öffnung von Baumärkten in NRW „wichtige und richtige Entscheidung“

Erleichtert über die Öffnung der Baumärkte und Gartencenter zeigte sich der Landesverband Gartenbau Nordrhein-Westfalen – damit werde die Vernichtung zahlreicher Blumen und Pflanzen abgewendet, durch welche die Betriebe große wirtschaftliche Einbußen erlitten hätten. Stattdessen sei nun der Absatz der vorproduzierten Frühjahrsblüher, Zwiebelpflanzen und Stauden in entsprechender Menge möglich. Der Entschluss der Landesregierung, einen weiteren Absatzweg über die Baumärkte zu öffnen, sei deshalb „eine wichtige und richtige Entscheidung“, wie Landesverbandspräsidentin Eva Kähler-Theuerkauf betont – „auch im Hinblick darauf, dass die Grüne Branche gezeigt hat, dass sie die Hygienekonzepte zum Schutz der Mitarbeiter und Kunden sehr verantwortungsvoll umsetzt.“