Immer weniger kirchliche Bestattungen

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Der Anteil der traditionellen Bestattungen, die kirchlich begleitet wurden, ist erstmals unter die 50-Prozent-Marke gesunken. Foto: congerdesign/ Pixabay

Der Anteil kirchlicher Bestattungen ist rückläufig und erstmals unter die 50 Prozent-Marke gesunken. Das gab die Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas kürzlich bekannt.

Trend ist weiterhin rückläufig 

Die Bestattungskultur in Deutschland befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel, das wird anhand der vorliegenden Zahlen der Bestattungen in der Bundesrepublik deutlich. Die Daten ergeben sich aus Statistiken der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland, die von der Verbraucherinitiative Aeternitas ausgewertet werden. Demnach sei die Anzahl der kirchlich begleiteten Bestattungen hierzulande seit Jahren rückläufig und befand sich im Jahr 2020 prozentual auf dem niedrigsten Wert der vergangenen Jahre. Im Jahr 2020 wurden laut Aeternitas insgesamt 489.664 Beerdigungen von der katholischen und der evangelischen Kirche begleitet, was bei insgesamt 985.572 Todesfällen einen prozentualen Anteil von 49,7 Prozent entspricht. Damit belaufen sich die kirchlichen Bestattungen erstmals unter der 50-Prozent-Marke.

Wandel seit Jahren sichtbar

Bei Betrachtung der Statistik der vergangenen Jahre wird damit deutlich, dass sich die Bestattungskultur in Deutschland in einem Wandel befindet. Stetig abnehmende Zahlen kirchlicher Bestattungen sprechen dabei eine deutliche Sprache. 2019 lag der Anteil noch bei 52,1 Prozent. Noch deutlicher wird der Wandel sichtbar, betrachtet man die Zahlen von vor zehn Jahren. In der von Aeternitas zusammengestellten Tabelle stehen für 2010 insgesamt 858.768 Todesfälle zu Buche, von denen 545.567 mit kirchlicher Begleitung bestattet wurden, was einem Anteil von 63,5 Prozent gleichkommt. 252.965 Bestattungen wurden dabei katholisch begleitet, 292.602 evangelisch. Laut der Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas unterliegt das Bestattungsweisen einem Wandel. Religiöse Bräuche und Traditionen verlieren an Bedeutung und nichtkirchliche Beerdigungsarten, wie beispielsweise die Feuerbestattung, werden immer beliebter.

Wandel auch auf Friedhöfen

Anstelle der traditionellen Erdbestattung treten immer häufiger Feuerbestattungen und Bestattungen in naturnahen Friedwäldern. Auch nachhaltige Särge und Grabbeigaben sorgen für einen weiteren Wandel der Bestattungskultur. Ebenfalls sichtbar an dem zunehmenden Leerstand auf den traditionellen Friedhöfen. Manchen kommt die Aufgabe als Parkanlage und grüner Lunge der Stadt zu, wie etwa Teile des Ohlsdorfer Friedhofs in Hamburg, auf einigen wird Obst und Gemüse angebaut, wie in Braunschweig oder Wien.

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