Grüne Branche

Initiative „Top Ausbildung Florist“ stellt sich vor

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Schon seit über zehn Jahren heißt es bei den Gärtnern und Floristen: Wir müssen etwas tun, um ausreichend Auszubildende für das Berufsbild zu begeistern. Wie so etwas gehen kann, zeigt die auf Anregung des Fachverbands Deutscher Floristen (FDF) Nord gegründete Initiative „Top Ausbildung Florist“ (T.A.F.).

Florale Aktion mit elf T.A.F.-Azubis und Floristmeister Stephan Triebe (r.) in Norderstedt. Foto: Kai Jentsch

T.A.F.-Azubis bei Schaubinden mit Floristmeister Stephan Triebe

Zunächst acht Blumenfachgeschäfte haben sich darin zusammengeschlossen. Übergeordnetes Ziel: Auszubildenden über den gesetzlichen Rahmen hinaus „Aktivitäten zu bieten, die zur Motivation beitragen, weil besondere Erfahrungen gemacht werden“, erläutert Elke Erdmann (Lübeck), eine der Initiatoren.

Eine dieser besonderen Erfahrungen konnte Anfang September im Stadtpark von Norderstedt gemacht werden. Elf Auszubildende der T.A.F.-Betriebe erarbeiteten dort ein florales Objekt zum Thema „Vernetzung“. Die Teilnehmer (Auszubildende wie Ausbilder) „opferten“ dafür einen freien Sonntag.

„Keiner meiner Bekannten ist Florist geworden“

Zu der besonderen Erfahrung gehörte, dass Stephan Triebe, Deutscher Meister der Floristen (2016 bis 2018) und deutscher Vertreter bei der Floristen-WM 2019, an der Verwirklichung des Floral-Objekts beteiligt war. „Es ist schon spannend und eine Ehre, solch eine Aufgabe gemeinsam mit dem deutschen Meister zu bewältigen“, kommentierte Sophie Möller (Floristik Jentsch).

Die Gespräche mit den Auszubildenden zeigten etwas von der Wirklichkeit, mit der die Branche zu kämpfen hat. Florist sei ein „kreativer Beruf mit viel Abwechslung“, meint Sanja König (Blumen Kolberger). Doch „keiner meiner Bekannten ist Florist geworden“.

Sophie Möller erzählt sogar, dass „niemand aus meiner Fachabiturklasse eine Ausbildung begonnen hat“. Alle zog es ins Studium, denn „in der Abiturklasse war Geld ein großes Thema“. Bis heute wird sie von ihren Bekannten gefragt: Was machst du da eigentlich den ganzen Tag? Wer solche Dinge gefragt wird, entwickelt natürlich kaum Selbstvertrauen bezüglich des eigenen Berufswegs.

T.A.F. soll Selbstbewusstsein fördern

An solchen Aspekten setzt die Initiative T.A.F. an. Im Grunde ist es eine Exzellenz-Förderung, die Teilnehmer sollen mehr Angebote bekommen, mehr lernen als üblich. Wer zu den „Ausgewählten“ gehört, wird selbstbewusst – und nur selbstbewusste Menschen können offensiv für ihren Berufsweg werben.

Die T.A.F.-Betriebe haben eine Vereinbarung erarbeitet, die von ihnen und den Auszubildenden unterschrieben wird. Darin verpflichten sich alle, unter anderem:

  • mindestens vier bis sechs Ausbildungseinheiten zu vermitteln den Ausbildungsplan halbjährlich zu überprüfen
  • Auszubildenden Hospitationen in anderen T.A.F.-Betrieben zu ermöglichen 
  • die volle Kostenübernahme für Seminare und Berufswettkämpfe 
  • ein erweitertes Berichtsheft zu führen
  • den Zugang zu Fachliteratur/Fachzeitschriften zu ermöglichen

Ein für die Initiative wesentlicher Aspekt wurde nach Fertigstellung des Floral-Objekts in Norderstedt deutlich. Es gab einen runden Tisch aller Beteiligten: Welche Erfahrungen wurden gesammelt, was war gut, was verbesserungswürdig? Seitens der Betriebe wurde darauf verwiesen, dass die Auszubildenden den Kontakt untereinander suchen, forcieren sollten – zur Exzellenz-Förderung gehört bekanntlich auch der Aufbau eines Netzwerks.

Mehr zur Initiative „Top Ausbildung Florist“ (T.A.F.) lesen Sie in der TASPO 38/2018, die am 21. September erschienen ist.