Grüne Branche

Innenraumbegrünung: den Bauherrn nie allein lassen

Den Bauherrn nie mit seiner Begrünung allein lassen, sollte das Motto lauten, damit auch auf längere Sicht möglichst viel von der ursprünglichen Planung übrig bleibt. Dafür plädierte Rolf Maas vom Landschaftsarchitekturbüro Weber, Klein, Maas (Düsseldorf) bei der FLL-Tagung zur Innenraumbegrünung in Essen. Gelingen und Fortbestand einer ambitionierten Innenraumbegrünung hänge vor allem von der fachgerechten Unterhaltung ab. Dazu sollten Pflege und Unterhaltungskosten bereits in der Planungsphase kommuniziert werden. Später kann eine Fertigstellungspflege ein Jahr lang als Testphase auch für die technische Klimasteuerung im Haus dienen. Ein Pflegeprotokoll dient als Grundlage für die weitere Pflege. Auch hier muss der Planer die Anlage weiter begleiten, sagte Maas. Er empfiehlt seinen Bauherren die Pflege für ein weiteres Jahr an den Unternehmer, der die Anlage gebaut hat, zu vergeben, dies in Form einer Gewähr- leistungspflege. Vorteil für den Bauherren ist die verlängerte Gewährleistung, für den Begrüner bietet sich die Chance, weitere Erfahrungen zu sammeln. Im Vorfeld können bei Planung und Ausführung Fallstricke in der Pflanzenbeschaffung lauern. Maas wies darauf hin, dass für Solitärpflanzen meist keine Kataloge oder Preislisten existieren oder es die gewünschte Größe und Anzahl am Markt gar nicht gibt. Ratsam sei, die Pflanzen frühzeitig zu sichten und zu reservieren. Schwierig sind hier auch die Kosten zu beziffern, da sie meist zu Tagespreisen gehandelt werden, abhängig von Nachfrage und Verfügbarkeit. Wichtig ist natürlich, dass sie für den vorgesehenen Standort auch geeignet sind. Werden die Planer frühzeitig am Bau beteiligt, besteht die Chance, Architektur und Begrünungsziele aufeinander abzustimmen. Die Innenraumbegrünung als architektonisches Konzept verlangt dann auch nach besonderen Ansprüchen in Bezug auf Licht und Temperatur, die der Grünplaner oder Raumbegrüner auch durchsetzen muss. Fehler oder Pannen in der Bauausführung können in der Regel behoben werden. Um auchPflanzensolitärs ersetzen zu können, sollte bereits in der Planung eine Wiederbeschaffung berücksichtigt sein, eventuell ist Ersatz zu reservieren.