Grüne Branche

Innenraumbegrünung: Firmengeschäft entwickelt sich besonders gut

Eine positive Einschätzung der Marktlage im Bereich der Raumbegrünung gibt der Fachverband Raumbegrünung und Hydrokultur im Zentralverband Gartenbau. Demnach seien die Geschäfte in der ersten Hälfte des Jahres gut gelaufen. Besonders erfreulich entwickle sich die Nachfrage im Bereich des Firmengeschäftes. Viele Unternehmen zeigen Bereitschaft, in ein grünes Arbeitsumfeld zu investieren, nicht zuletzt, um damit ihr Image zu verbessern, so der Vorstand.

Die positive Tendenz bestätigt auch Lutz-Peter Kremkau, Geschäftsführer des bundesweiten Verbundes „die Raumbegrüner“. Es sei jedoch Individualität gefragt. Besonders im Bereich der Gestaltung wachsen die Ansprüche stetig, meint er. „Grün von der Stange“ finde kaum noch Abnehmer und eine der hauptsächlichen Herausforderungen bestünde darin, mit bewährten Pflanzen neue Gestaltungsmöglichkeiten zu finden. Dies vor dem Hintergrund des Kostenanstiegs für den umbauten Raum und den in der Folge vielfach kleiner werdenden Flächen für die Innenraumbegrünung. Innovative Gefäße eröffnen laut Kremkau aber zahlreiche Möglichkeiten für die Gestaltung. Einen Trend, der in Zukunft mehr Raum greifen wird, sieht er in der vertikalen Begrünung.

Innerhalb seiner Branche ist die Innenraumbegrünung mit eher kleinem Marktanteil vertreten, schätzt Dr. Michael Henze vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau ein. Dies hänge damit zusammen, dass die Raumbegrünung in GaLaBau-Unternehmen meist ein untergeordnetes Geschäftsfeld repräsentiere. Nur wenige Betriebe haben ihr Kerngeschäft darauf ausgerichtet. Und obwohl auch im Bereich des mobilen Grüns tätig, liege die besondere Kompetenz des GaLaBauers naturgemäß im Bereich des festen Einbaues von Innenraumlandschaften beziehungsweise Pflanzbeeten.

Dass es dafür eine leicht steigende Nachfrage gäbe, erkläre sich aus dem Wunsch einer wachsenden Zahl an Bauherren, das Gartenbild gespiegelt von außen nach innen zu transportieren. Die moderne Stahl-Glas-Architektur biete dafür gute Voraussetzungen und Begrünungslösungen könnten so aus einer Hand angeboten werden. Primäre Bedeutung im Markt habe aber ganz klar das mobile Grün. Diese Aussage bestätigt auch Lutz-Peter Kremkau. Etwa zehn Prozent seiner Aufträge für Neubegrünungen beziehen sich auf Festeinbauten, das Gros werde über die mobile Variante abgedeckt.

Innenraumbegrünung ist nach Einschätzung von Henze und Kremkau nach wie vor eher ein Thema für Städte und Metropolen, im ländlichen Raum flache die Nachfrage spürbar ab. Zudem gebe es ein Nachfrage-Gefälle von Süd nach Nord und West nach Ost. Etwa 80 Prozent des Umsatzes von Neuanlagen werde in der Auftragsgröße 1.000 bis 5.000 Euro generiert, da Großbegrünungen und bundesweite Pflegeaufträge ausgeschrieben werden, wodurch sie oft einem Preisdumping unterliegen.

Kurt Hornstein, Inhaber des Betriebes „Chrysanthem“ in Darmstadt und Vorsitzender des Wirtschafts- und Handelsausschusses im Fachverband Deutscher Floristen sieht die Bedeutung von Hydrokultur und Innenraumbegrünung im Bereich der Floristik schwinden. Dies sei allerdings sehr vom regionalen Standort abhängig. Eine Ursache für die Verkleinerung oder gar Aufgabe des Geschäftsfeldes in vielen Unternehmen sei in den hart umkämpften Preisen im Bereich der Pflege zu sehen. Immer mehr Kunden wären nicht mehr bereit, Geld für eine fachgerechte und nachhaltige Pflanzenversorgung auszugeben. Im ruinösen Wettbewerb um Aufträge, die oft schon von Facility-Unternehmen mit abgedeckt würden, könnten die Floristik-Fachgeschäfte nicht mithalten. Auch Kremkau schätzt, dass das Hauptgeschäft im Bereich der Pflege bald im Rahmen des Facility-Managementes laufen wird. Allerdings zeigen Erfahrungen im eigenen Unternehmen auch, dass gute Leistung unter anderem auch gut bezahlt wird. „Guter Service wird teilweise anerkannt“, so Kremkau. (ks)