Grüne Branche

Insektizid Teppeki ist "kein Wundermittel"

Das neue, systemisch wirkende Insektizid "Teppeki" des Zulassungsinhabers ISK Biosciences Europe (Wirkstoff: Flonicamid) hat sich in Versuchen des Pflanzenschutzamtes Bonn an Poinsettien als gut wirksam gegen Weiße Fliege erwiesen. Das verdeutlichte Rainer Wilke vom Pflanzenschutzamt Bonn im Rahmen des letzten Poinsettien-Nachmittags am Kompetenzzentrum Gartenbau in Hannover-Ahlem. Das Mittel steht dem deutschen Markt seit Mai 2007 neben dem Obstbau auch im Ackerbau zur Verfügung. Im Zierpflanzenbau ist das Präparat zurzeit nur im Freiland gegen Blattläuse mit einzelbetrieblicher Genehmigung nach Paragraf 18 b Pflanzenschutzgesetz einsetzbar. Flonicamid stammt aus der neuen Wirkstoffgruppe der Pyridincarboxamide und gilt als wichtiger Baustein im Insektizidresistenzmanagement. Das systemische Mittel wirkt spezifisch gegen alle wichtigen Blattlausarten und zeichnet sich durch eine besonders lange Wirkungsdauer aus. "Es ist kein Wundermittel - aber sicher eine Bereicherung für's Sortiment", so das erste Urteil von Wilke bezüglich der Wirkung auf Weiße Fliege bei Poinsettien. Auch zum Präparat BioMükk (Bacillus thuringiensis israelensis) gab Wilke Tipps: Er empfiehlt, die Aufwandmenge von drei Gramm je Quadratmeter mit wenigstens einem Liter je Quadratmeter Wasseraufwand zur Trauermückenbekämpfung an Poinsettien einzuhalten. Mit zu wenig Wasser steige die Konzentration möglicherweise so stark an, dass es unter bestimmten Umständen zu Unverträglichkeiten kommen könnte. Das ließ sich bei Euphorbia milii sehr häufig und gelegentlich bei Euphorbia fulgens bereits beobachten. Auch das Kompetenzzentrum Gartenbau Hannover-Ahlem konnte diese Beobachtungen bestätigen.