Grüne Branche

Interessengemeinschaft der Jungweihnachtsbaumanbauer: Jubiläumstreffen im Norden

Die Interessengemeinschaft der Jungweihnachtsbaumanbauer (IGW) hatte auf ihrer diesjährigen Jahreshauptversammlung in Marlow (östliches Mecklenburg-Vorpommern) ein kleines Jubiläum zu feiern: Der Zusammenschluss, bis 2008 ja noch nicht als eingetragener Verein registriert, besteht seit zehn Jahren.

Der frisch bestätigte IGW-Vorstand mit seinem Gast (v. l.): Manfred Hechinger, Peter Geiß, Katharina Püning, Uwe Klug. Nicht auf dem Bild: Klaus Strodl. Foto: Liebgard Jennerich

Immer noch führt das gleiche Vorstandsteam, bestehend aus Peter Geiß (erster Vorstand), Uwe Klug (zweiter Vorstand), Klaus Strodl (Kassierer) und Manfred Hechinger (Schriftführer), den Verein, der bundesweit aktuell 49 Mitglieder hat. In Marlow wurden die vier Vorständler bei den anstehenden Wahlen wiederum im Amt bestätigt.

Peter Geiß erinnerte in seinem Rückblick unter anderem an die erste gemeinsame Reise nach Irland und Schottland und betonte den immer informativen und guten Austausch bei den jeweils bei einem Mitglied in Deutschland stattfindenden Treffen. Essenziell für das Verbandsleben sei die Bereitschaft der Mitglieder zu aktiver Mitarbeit, sei es, wenn sie als Gastgeber für die IGW-Treffen fungieren oder wenn sie sich unkompliziert zu Arbeitsgruppen zusammenschließen, um bestimmte Themen zu bearbeiten oder Ideen zu entwickeln.

Zu Gast auf der Jubiläumsveranstaltung war auch die im September 2013 gewählte Weihnachtsbaumkönigin Katharina Püning, die Erste. Sie sehe sich als Bindeglied zwischen den Kunden und den Produzenten, aber auch zwischen den einzelnen Landesverbänden und dem Bundesverband. Ihre Aufgabe bestehe darin, der Branche zu einem positiven Image zu verhelfen.

Ihre erste Saison sei geprägt gewesen von vielen Aktionen, Einladungen und Kontakten mit Betriebsinhabern, Ministern, weiteren Politikern und Entscheidern. Pünings Eltern führen einen Weihnachtsbaum-Betrieb mit Direktvermarktung in Everswinkel. Sie selbst ist gelernte Mediengestalterin und studiert zurzeit Landwirtschaft in Soest – vor diesem Hintergrund konnte die 28-Jährige ihren jeweiligen Gesprächspartnern, aber auch Medienvertretern authentisch und fachkundig zum Thema Weihnachtsbäume Auskunft geben.

Erfahrungsgemäß differieren die Beurteilungen über die jeweilige vergangene Verkaufssaison bei den Einzelheiten. Insgesamt waren die Produzenten aber zufrieden mit der Nachfrage und dem Abverkauf, obwohl das „Sahnehäubchen“ gefehlt habe. Die Vorab-Meldung, dass die Baumpreise stabil bleiben werden, unterband jegliche Preisdiskussion mit den Händlern. Einige Einzelhändler seien nicht ausverkauft gewesen, bei den liegen gebliebenen Bäumen habe es sich aber überwiegend um schlechtere Baumqualitäten gehandelt, so eine Meldung aus Süddeutschland. Große Bäume waren bei dem einen gefragt, fast gab es davon zu wenige. Ein anderer Produzent berichtete von geringerer Nachfrage nach den größeren Bäumen.

Wer professionelle Direktvermarktung mit Event-Charakter betreibt, kann diesen Absatzkanal bis zu einem gewissen Grad noch ausbauen mit Angeboten für Firmen und andere Gesellschaften, aber nicht mehr beliebig. Ein Baumarktkunde bleibe aber ein Baumarktkunde, der gehe nicht in einen direkt vermarktenden Betrieb, so eine Erkenntnis aus der Tatsache, dass sich die Insolvenz der Praktiker-Baumarktkette so gut wie gar nicht auf die Verkaufszahlen ausgewirkt habe. Dennoch sollten Direktvermarkter Pauschalpreisbäume im Angebot haben, um gegebenenfalls auch diese Kunden bedienen zu können, lautete ein Rat dazu.

Günstig war, dass im Gegensatz zu 2012 im vergangenen Jahr kein Druck durch voreingeschlagene Bäume aus Dänemark entstand, die noch keinen Käufer hatten. Nennenswerte Absatzsteigerungen für jeden Produzenten/Händler seien gegenwärtig nicht machbar. Vielmehr sollte sich jeder auf seine bisherigen Verkaufszahlen besinnen, um dann zu entscheiden, ob er noch weitere Bäume schlagen und absetzen kann oder schon die Gefahr bestehe, dass diese liegen bleiben, so der Rat des Bundesverbandsvorsitzenden Bernd Oelkers. (jen)