Grüne Branche

Interreg-Projekt „ProGemüse“: Fadenwurm-Bekämpfung in der Grenzregion

In der deutsch-niederländischen Grenzregion (Niederrhein/Limburg) stellt der Anbau von Gemüse einen bedeutenden wirtschaftlichen Faktor dar. Der intensive Anbau begünstigt, dass im Boden lebende Fadenwürmer (Nematoden) Möhren, Zwiebeln, Sellerie und andere dort angebaute Gemüsearten parasitieren und zunehmend schädigen können.

Wie das Julius Kühn-Institut (JKI) mitteilte, setzten sich deutsche und niederländische Experten in der Region im Rahmen des europäischen Interreg-Projektes „ProGemüse“ drei Jahren lang mit den pflanzenparasitären Nematoden im Gemüsebau auseinander. Die Resultate sollen den Gemüse verarbeitenden Unternehmen der Region helfen, ihre Produktivität zu steigern, die Gemüsequalität zu verbessern und damit den Standort für den Gemüseanbau langfristig zu sichern. „Mit den Ergebnissen des Projektes können wir vor allem den Anbauern von Möhren in beiden Ländern ein neues einheitliches und besseres Entscheidungshilfesystem zur Verfügung stellen“, so Projektleiter Dr. Johannes Hallmann vom JKI.

Dr. Hallmann freut sich, dass es durch das Interreg-Projekt möglich war, dass Praktiker, Verarbeiter, Berater und Wissenschaftler beider Länder ihr Wissen zusammentragen und ihre Erfahrungen austauschen konnten, so die Information. Eines der gemeinsamen Ziele war es demnach, Verfahren zu entwickeln, um die Nematodenschäden in beiden Ländern einheitlich erfassen zu können. Daraus folgten die Optimierung bestehender Bekämpfungsverfahren sowie die Entwicklung innovativer Strategien zur Bekämpfung der Nematoden für die gesamte Region. Das grenzüberschreitende Netzwerk soll nach Angaben des JKI auch künftig gemeinsame Lösungen ermöglichen. Die konzertierten Aktivitäten führten letztlich den Angaben zufolge für alle Beteiligten zu einer „Win-Win-Situation“.

Der Schwerpunkt des Projektes lag bei Nematodenproblemen im Anbau von Möhren. Als Hauptschaderreger konnten auf niederländischer Seite die Nematoden Meloidogyne chitwoodi und Pratylenchus penetrans identifiziert werden. Auf deutscher Seite waren es neben P. penetrans vor allem Meloidogyne hapla und Paratylenchus spp.. In beiden Anbauregionen wurden Feldversuche mit verschiedenen Zwischenfrüchten wie Ölrettich, Sareptasenf, Tagetes, Phacelia, Sandhafer und Grünroggen angelegt mit dem Ziel, die Nematoden umweltfreundlich zu bekämpfen. Im Folgejahr wurden auf diesen Flächen Möhren angebaut und deren Ertrag erfasst.

Für die Hauptschaderreger M. chitwoodi und P. penetrans ermittelten die Wissenschaftler für die Praxis Schadschwellen. Ebenso testeten die Forscher, ob derzeit angebaute Möhrensorten gegen M. hapla resistent sind und inwieweit diese Nematodenart von den Pflanzen toleriert wird. Bisher weitgehend unbekannt als Schaderreger ist Paratylenchus bukowinensis. Für diesen Nematoden wurde das Spektrum der empfindlichen Wirtspflanzen ermittelt und das Schadpotenzial an Möhren erfasst. (ts/jki)