Grüne Branche

Interview: „Als Gärtner in einem fremden Land arbeiten“

, erstellt von

„Unsere Welt ein bisschen grüner machen“: Das ist das Ziel von Philipp Nützel, der nach seiner Ausbildung zum Landschaftsgärtner derzeit an der Hochschule Weihenstephan in Freising Landschaftsbau und Management studiert. Um seinen Horizont beruflich und auch kulturell zu erweitern, entschied sich der 1996 geborene Student für ein Auslandspraktikum auf Cape Cod. Wir sprachen mit ihm über seine Erfahrungen in den USA.

Student Philipp Nützel arbeitete während seines Auslandspraktikums in den USA im Garten- und Landschaftsbau-Betrieb seiner Gastfamilie. Foto: privat

Warum haben Sie sich für ein Auslandspraktikum entschieden?

Schon im Laufe meiner Ausbildung wollte ich meinen beruflichen Horizont erweitern und war immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Aufgrund meiner Offenheit zu Neuem und meiner Lust zu Reisen war ein Auslandsaufenthalt die Chance, als Gärtner in einem fremden Land zu arbeiten. Durch Internet-Recherche und den Bericht eines Freundes bin ich dann auf die Schorlemer Stiftung des DBV gestoßen und habe mich gleich beworben.

Wie lief das Praktikum organisatorisch ab?

Zunächst habe ich mich bei der Schorlemer Stiftung des Bauernverbands über ein Auslandspraktikum informiert und wurde an deren Partnerorganisation „TOP“ der Ohio State University in Columbus in den USA vermittelt. Diese halfen mir bei der organisatorischen Durchführung, wie der Bewerbung, dem Erhalt eines US-Visums, einer Auslandskrankenversicherung und schließlich der Vermittlung eines geeigneten Gastbetriebs. Nach einem kleinen Skype-Interview mit dem Betreuer aus Columbus hatte ich die Wahl zwischen zwei Landschaftsbau-Betrieben an der Ostküste der USA. Ich entschied mich für einen kleineren Betrieb in Massachusetts.

Praktikanten des „Ohio Programs“ werden vor Praktikumsantritt zu einem „Orientationday“ in Columbus, dem Sitz der Ohio State University, eingeladen. Hier wurde ich gemeinsam mit anderen Praktikanten herzlich im Office des „Ohio Programs“ willkommen geheißen, wo uns alles über den Praktikumsverlauf, die Regeln in den USA und unseren zukünftigen Gastbetrieb erklärt wurde. Während des Praktikums wohnte und arbeitete ich zusammen mit fünf weiteren Interns in Hyannis, einer kleinen Stadt auf Cape Cod – eine Halbinsel, die als Urlaubssitz der Kennedys bekannt ist. Cape Cod ist berühmt für seine wunderschönen Sandstrände und den kristallklaren Atlantik.

Beim Bewerbungsprozess und auch während meines Aufenthalts in den USA wurde ich stets vom DBV und der Partnerorganisation „TOP“ in Columbus unterstützt. Zudem bekommt man alle Praktikumsgebühren von der Schorlemer Stiftung nach dem Praktikum erstattet.

Was hat Ihnen im Ausland besonders gefallen oder Sie beeindruckt?

Besonders gut gefallen hat mir die außerordentliche Gastfreundschaft meiner Gastfamilie, die zugleich die Inhaber des Landschaftsbau-Betriebs sind. Sie haben die Praktikanten immer in die amerikanische Lebensweise und Kultur integriert. Sie luden uns regelmäßig zum Dinner ein und veranstalteten Firmenfeiern. Aufgrund ihrer offenen und freundlichen Art hat mir die Arbeit im Betrieb besonders großen Spaß bereitet. Sie hatten immer ein offenes Ohr für die Angelegenheiten ihrer Interns.

Beeindruckt hat mich die Natur auf Cape Cod mit dem blauen Meer, den ewigen Sandstränden und den kleinen Dörfern. Gefallen hat mir auch, dass man nach der Arbeit mit dem Rad zum Strand fuhr und dort den Abend beim Sonnenuntergang ausklingen lassen konnte. Darüber hinaus hat mich die Gastfreundschaft meiner Gastfamilie besonders beeindruckt.

Was waren für Sie die wichtigsten Dinge, die Sie im Ausland gelernt haben?

Zu den wichtigsten Dingen, die ich in den USA gelernt habe, gehört die Verbesserung meiner Englisch-Kenntnisse. Auch die Tatsache, dass ich neue, internationale Bekanntschaften gemacht und Freundschaften geschlossen habe, ist für mich eine der wichtigsten Erfahrungen. Auch heute, ein Jahr nach meinem Aufenthalt habe ich noch regelmäßigen Kontakt mit ihnen.

Meine praktischen Fähigkeiten konnte ich vor allem in der Pflanzenverwendung und der Rasenpflege verbessern.

Würden Sie sich noch einmal für ein Auslandspraktikum entscheiden?

Auf jeden Fall! Auch für die Zukunft habe ich während des Studiums Auslandaufenthalte geplant.

Was machen Sie aktuell?

Zurzeit studiere ich Landschaftsbau und Management an der Hochschule Weihenstephan in Freising. Dort lerne ich überwiegend die theoretischen Kenntnisse eines Bauleiters im GaLaBau, aber auch die gestalterische Planung von Freiräumen. Mein Ziel ist es, Bauleiter in einem größeren Garten- und Landschaftsbau-Betrieb zu werden oder eine eigene Firma zu gründen.