Grüne Branche

Interview: „Auseinanderdriften ist kontraproduktiv“

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85 Prozent Zustimmung bekam das Präsidium des Bunds deutscher Baumschulen (BdB) auf der Mitgliedervertreterversammlung in Goslar für das Vorhaben, aus dem Zentralverband Gartenbau (ZVG) auszutreten. Seitens des BdB wird vor allem die fehlende Zusammenarbeit auf Augenhöhe bemängelt. Auch zum Thema Entschädigung beim Auftreten von Quarantäneschädlingen herrschten verschiedene Meinungen. Wir sprachen dazu mit ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer.

ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer. Foto: ZVG

Letzter Auslöser für den Austrittsbeschluss waren die Unstimmigkeiten zwischen BdB und ZVG, vor allem bezüglich der Vorgehensweise in der Frage der Entschädigung von Baumschulen im Falle des Auftretens von Quarantäneschädlingen. Was sagen Sie dazu?

Das Auftreten von Quarantäneschädigern betrifft nicht nur die Baumschulwirtschaft, sondern die gesamte Gartenbau-Branche. Ziel des ZVG ist es, eine Lösung für die gesamte Branche zu finden, die alle möglicherweise betroffenen Betriebe gegen die Risiken durch Quarantäneschädiger absichern kann. Das Konzept des BdB für eine Fondslösung ist dem ZVG nicht bekannt. Für uns steht nicht das Instrument selbst im Vordergrund, sondern eine schnelle, umfassende und bezahlbare Absicherung der Betriebe im Notfall. Hieran arbeitet der ZVG aktuell.

Um als Mitgliedsverband im ZVG auszutreten, sind Bedingungen einzuhalten. Welche sind das, und welche Fristen gibt es?

Gemäß ZVG-Satzung beträgt die Kündigungsfrist sechs Monate zum Jahresende. Sollte den ZVG eine Kündigung bis 30. Juni 2018 erreichen, erfolgt der Austritt zum 31. Dezember 2018.

Wie stehen Sie zum Vorschlag, einen schlanken, grünen Spitzenverband auf Augenhöhe zu bilden?

Der ZVG-Präsidiumsbeschluss vom 22. März 2012 besagt, dass der Zentralverband einer engeren Zusammenarbeit der Gartenbau-Verbände positiv gegenübersteht, ohne vorerst jedoch die Verbandsstrukturen zu verändern.

Zur Perspektive einer Zusammenarbeit mit den möglichen beteiligten Verbänden BGL, BdB, bdla und ZVG in einer gemeinsamen Initiative gab es 2017 mehrere positive Gespräche. Das ZVG-Präsidium hat im Sommer 2017 einer gemeinsamen Initiative zugestimmt. Im Entwurf für die Vereinbarung zur „Initiative Grün – für Stadt und Land“ ist aber auch festgehalten, dass die Selbstständigkeit der Verbände uneingeschränkt bestehen bleibt.

Laut BdB soll es vor dem Austritt des BdB ein Gespräch mit dem ZVG geben. Mit welcher Position gehen Sie in das Gespräch?

Der Austrittswunsch des BdB aus dem ZVG ist bedauerlich. Ein Auseinanderdriften der Verbände ist sicherlich kontraproduktiv. Demnach ist es auch nicht in unserem Sinne, das Band zwischen den Baumschulbetrieben und dem ZVG und seinen Landesverbänden zu zerschneiden. Wir sind bestrebt, auch künftig den Baumschulen die Kompetenz des ZVG und seiner Landesverbände zur Verfügung zu stellen.

Mehr zu diesem Thema und zur BdB-Wintertagung lesen Sie in der TASPO 3/2018, die am 19. Januar erschienen ist.