Grüne Branche

Interview: „Bio wird zur Normalität werden“

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Die Bio-Gärtnerei Watzkendorf produziert nicht nur „bio“, sie macht „bio“ auch erlebbar und gilt als Vorzeigebetrieb. Fachredakteurin Katrin Klawitter sprach mit Geschäftsführerin Sabine Kabath über den 21 Hektar großen Produktionsbetrieb, Technisierungsgrad und Energieeffizienz.

Sabine Kabath ist Geschäftsführerin der Bio-Gärtnerei Watzkendorf. Foto: Bio-Gärtnerei Watzkendorf

Wie stark ist Ihr Technisierungsstand bei Produktions- und Erntearbeiter? Was wird noch von Hand erledigt?

Bei meinem letzten Vortrag vor ein paar Tagen habe ich oft das Wort händisch genutzt. Wir haben Pflanzmaschinen und spezielle Technik zur Unkrautbekämpfung. Jedoch machen wir die komplette Ernte von Hand, weil wir sehr viele Kulturen haben, die jeden Tag frisch geerntet werden. Unsere Betriebsausstattung ist dennoch sehr modern, was die Gewächshäuser und ihre Ausstattung betrifft, und der Technisierungsgrad in der Jungpflanzenproduktion ist hoch.

Ist Ihr gesamter Betrieb im Vergleich zu anderen sehr energieeffizient?

Wir produzieren mit Hilfe zweier Photovoltaik-Anlagen etwa ein Drittel unseres Stromes selbst. Regenwasser wird aufgefangen, um es für die gezielte Bewässerung zu nutzen. Wenn wir es schaffen, unseren Dünger aus dem Mulch selbst zu generieren, wird hier viel Energie an anderen Standorten und auf der Straße gespart werden können.

Was sind Ihre nahen und ferneren Pläne für die Zukunft? Wo wollen Sie in fünf oder zehn Jahren stehen?

Diese Frage stelle ich im Rahmen meiner Ehrenämter oft. Wir erweitern gerade unser Wärmenetz, um weitere Flächen mit regenerativer Energie heizen zu können und so die Saison in der klimatisch doch schwierigen Region zu verlängern. Wir werden noch in die Verarbeitung/Vermarktung investieren, machen Projekte mit verschiedenen Unis zur Düngerherstellung, Pflanzensensorik oder Lichtstimulation. In zehn Jahren habe ich den Generationswechsel gemeistert und stehe dann mit Rat und ein wenig Tat zur Seite.

Wie werden sich Bio-Anbau und Absatz von Bio-Gemüse entwickeln? Wo geht es hin?

Ja, das ist die spannendste Frage. Der Absatz von Bio-Produkten wird steigen, denn Bio wird zur Normalität werden. Eine Aufgabe der heutigen Bio-Betriebe ist es, die Landwirtschaft zu ökologisieren. Wir beweisen, dass man im Einklang mit der Natur ohne den Einsatz von Glyphosat erfolgreich gärtnerisch, aber auch landwirtschaftlich tätig sein kann und die Betriebe auf wirtschaftlich sicheren Beinen stehen. Ich hoffe, dass wir auch in die verschiedensten Handelsstrukturen den Erfolg des Naturkostfachhandels tragen können und Lebensmittel wieder die Wertschätzung erhalten, die sie verdienen, denn sie halten uns am Leben.

Das komplette Interview lesen Sie in TASPO 49/2017 im extra Genusspflanzen.