Grüne Branche

Interview: „Die Goldgräberzeiten sind wohl vorbei“

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Indoor-Equipment für den Pflanzenliebhaber, egal ob Profi oder Hobbygärtner, verspricht das Portal grow-shop24.de. Doch lohnt sich der Online-Handel bei steigender Konkurrenz – nicht nur durch Online-Riesen wie Amazon – noch? TASPO Online sprach mit Co-Gründer Thomas Wiesinger.

Trotz des zunehmenenden Konkurrenz- und Preisdrucks im Onlinehandel stellen Aaron Schrettenbrunner und Thomas Wiesinger die Frage, wie man sich gegen E-Commerce entscheiden kann. Foto: Pixabay

In Zeiten von Preisdruck durch Amazon und vom Kunden erwartetem kostenlosem Versand, „lohnt“ sich E-Commerce denn noch?

Die Goldgräberzeiten sind im E-Commerce wohl vorbei. Es drängen immer mehr Anbieter auf den Markt und die Ansprüche an die Händler steigen. Plattformen wie Amazon intensivieren den Preiskampf noch einmal deutlich. Viele Händler sehen keinen anderen Weg mehr, als sich über den Preis zu differenzieren. Wir sind aber der Meinung, dass es genügend Kunden gibt, die an einer langfristigen Zusammenarbeit und einem hohen Service-Level interessiert sind und dafür gerne auch mal einen Euro mehr ausgeben.


Welche Zielgruppen peilen Sie mit Ihrem Online-Shop an?

Grundsätzlich sind wir für alle Pflanzenliebhaber da. Spezialisiert sind wir auf die Indoor Pflanzenzucht. Wir beliefern diverse Universitäten und Institute im Bereich Biosciences und Pflanzenökologie. Wir kümmern uns aber genau so gerne darum, dass Burger- und Pizzarestaurants auf frisches Grünzeug zurückgreifen können, das sie selbst im Restaurant züchten. Ambitionierte Kakteen-, Chili- und Orchideenzüchter gehören ebenfalls zu unserem Kundenkreis. Wir sind aber auch stolz darauf, dass wir eine Farm für medizinisches Cannabis in der Schweiz ausrüsten durften. Am Ende sind wir gerne der Ansprechpartner für jeden, der seinen Pflanzen die beste Umgebung unter Kunstlicht bieten möchte.


Welche Produkte verkaufen sich momentan besonders gut?

Im Moment befinden wir uns mitten im Start der Gartensaison. Daher besteht aktuell eine hohe Nachfrage nach Düngern und Blumentöpfen, um Pflanzen für die Terrasse oder den Balkon fit zu machen. Aber auch kleine Gewächshäuser für die Gemüseanzucht stehen aktuell hoch im Kurs. Auch bei der Auf- und Anzucht lässt sich mit LED-Technik Strom einsparen, weshalb wir beobachten, dass auch Leuchtstoffröhren immer mehr abgelöst werden. 


Welche Produkte werden Ihrer Ansicht nach in den nächsten Jahren auf wachsendes Interesse stoßen?

Gerade in der Indoor-Zucht gibt es viele Möglichkeiten, auf die Umweltfaktoren wie Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit Einfluss zu nehmen. Durch immer bessere Steuer- und Automatisierungstechnik erwarten wir in Zukunft sowohl eine rasante Produkt-, als auch Nachfrageentwicklung in diesem Bereich. Der Trend zur Automatisierung passt auch sehr gut zu den modernen Lebensgewohnheiten, bei denen vielleicht nicht jeden Tag die Zeit zur Verfügung steht, um sich ausgiebig um seinen eigenen Pflanzen zu kümmern.


Weshalb habe Sie sich gerade für den E-Commerce entschieden? Gibt es noch weitere Standbeine außer grow-shop24.de?

Für uns stellt sich eher die Frage, wie man sich gegen E-Commerce entscheiden kann. Unser Ansatz war von Anfang an auf den Online-Handel ausgelegt, da wir darin nicht nur die die Zukunft, sondern auch den aktuellen Stand der Zeit sehen. Wir lieben es mit aktueller Technik zu arbeiten und Prozesse zu etablieren, dies uns erlauben, Mehrwert für eine Vielzahl an Kunden zu liefern.

Im Moment konzentrieren wir uns ausschließlich auf grow-shop24.de, da wir in der Vergangenheit gelernt haben, dass es auf Dauer wenig Sinn macht, sich auf viele unterschiedliche Projekte einzulassen.

 

Zum Unternehmen azzeo GmbH
 2012 mit ihrem Unternehmen an den Start gegangen, betrieben  Aaron Schrettenbrunner (26) und Thomas Wiesinger (27) ein Portal für Kraftsport und Ernährung für über 100.000 Besucher pro Monat. Im Jahr 2014 wurde dann grow-shop24.de ins Leben gerufen.

„Es kristallisierte sich schnell heraus, dass der Handel unser Ding ist und es uns sehr viel Spaß bereitet, täglich mit greifbaren Produkten und Menschen zu arbeiten. Darum haben wir uns Anfang 2015 dazu entschlossen, den Fokus zu 100 Prozent auf den Growshop zu legen“, so Wiesinger. Derzeit umfasst das Team elf Mitarbeiter. „Wir werden nicht davor zurückschrecken, uns weiter zu verstärken", lautet die Devise für die Zukunft.