Grüne Branche

Interview: Die Kraft des Bildes im Web

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Diana Fütterer und Dr. Birgit Puck von gruenestreiben.de sind spezialisiert auf Online-Marketing für die Grüne Branche und Floristikbetriebe. Wir wollten von den beiden Expertinnen wissen, weshalb Bilder für Webseiten und Social Media so wichtig sind und wie Unternehmer an gute Fotos kommen.

Was ist wichtiger: ein guter Text oder ein gutes Bild?

Kann man das überhaupt trennen? Wir sagen: Nein. Website-Besucher wollen sich einerseits informieren, andererseits inspirieren lassen. Deshalb ist für den einen der Text, für den anderen das Bild wichtiger.

Wer wissen will, wann er am besten seine Tulpenzwiebel setzt, ist vor allem an Tipps vom Gärtner interessiert. Da steht der Inhalt eines Textes im Vordergrund.

Wer plant, ein neues Gartenbeet anzulegen, sucht nach Ideen für die Beetgestaltung. Für ihn dient zunächst das Bild als Inspiration. Und dieses sollte ansprechend sein. Als Blumenliebhaber oder Hobbygärtner fühle ich mich angesprochen, wenn ich das Gefühl habe, hier habe ich es mit Profis zu tun, was sich sowohl im Wort als auch im Bild widerspiegelt.

Wo liegt der Wert guter Bilder für Website und Social Media?

Fotos von Pflanzen wecken Emotionen und Assoziationen. Ein Foto, das frische Minze im Tee zeigt, berührt unseren Geschmacks- und Geruchssinn. Im besten Fall löst eine Gärtnerei Kaufimpulse aus, wenn sie mit guten Bildern ihr Kräuterprogramm in den sozialen Netzwerken und auf ihrer Website präsentiert. Dazu noch ein paar Rezepte und Pflegetipps für die Kräuter im Kübel und Beet und schon wird die Bedeutung der Bilder verstärkt.

In den sozialen Netzwerken haben Bilder nach unserer Erfahrung ganz unterschiedliches Gewicht. Instagram oder Pinterest sind in erster Linie Bilderplattformen. Wie in einer Bibliothek bekommt jedes Bild die sogenannten Hashtags, Schlagworte, damit ein Bild gefunden wird.

Das Hashtag „Tulpen“ wurde bei Instagram bislang rund 300.000 Mal eingesetzt. Meine Gärtnerei wird somit eher angezeigt, wenn ich diesem Begriff weitere zufüge, z. B. meinen Ort und genaue Produktbezeichnungen.

Auch bei Facebook gilt für die grüne Branche und Floristik: erst das Bild, dann der Text. In einem Bruchteil von Sekunden entscheiden User, ob sie sich mit einem Beitrag länger beschäftigen. Da ist oft das Bild entscheidend.

Was sollten Bilder auf Webseite und Social Media zeigen und was nicht?

Auf keinen Fall eine Geranie mit verblühten Blättern zeigen, die womöglich noch auf einer alten Fußmatte liegt. Das weckt ganz sicher kein Kaufinteresse.

Eine rote Geranie in einem schönen Topf dagegen, im Hintergrund ein leuchtend blauer Himmel, kann schon eher das Herz erfreuen und Gedanken an warme Sommertage beflügeln.

Feiertage und Jahreszeiten bieten den idealen Hintergrund, seine Leistungen in Bildern zu zeigen.

Aktuell sollten Bilder natürlich auch sein. Weihnachtssterne, die im März noch unter „Aktuelles“ in der Bildergalerie oder als letztes Posting in der Chronik von Facebook angezeigt werden, sind im Hinblick auf Kundenbindung und Abverkauf nicht gerade förderlich.

Wie komme ich als Unternehmer an gute Bilder?

Im Arbeitsalltag bleibt oft keine Zeit, sich intensiv mit Kamera-Einstellungen für gute Bilder zu beschäftigen. Leisten Sie sich ab und zu einen Fotografen oder beauftragen Sie jemandem aus dem Team, der ein Händchen fürs Fotografieren hat.

Wenn wir Foto-Reportagen erstellen, machen wir sehr viele Bilder, damit am Ende einige wirklich gute übrig bleiben. Sind die Lichtverhältnisse zudem schwierig, bearbeiten wir die Bilder fast immer. Trotzdem kommt nicht immer das perfekte Bild raus. Da muss man hin und wieder Kompromisse machen. Doch das Gros sollte qualitativ gut sein.

Beim Fokussieren von Personen und Objekten, die Sie fotografieren wollen, lassen Sie möglichst „Fleisch“ (freien Platz) um das Motiv herum. So lässt sich das Motiv für jede Plattform im Internet passend zuschneiden.

Viele Websites haben Header (Kopfbilder), die ein schmales Rechteck als Format brauchen. Bilder in Galerien wirken meist im Querformat besonders gut. Instagram hat das alte Polaroid-Format, jedes Bild ist ein Quadrat.

Wenn Sie die Bildformate beachten, verhindern Sie, dass Bilder automatisch skalieren und dadurch unscharf werden. Die Angaben dazu findet man bei Google mit den Suchbegriffen; „Bildgrößen“ und „Plattform“.

Wo liegt der Wert von Bilddatenbanken im Netz?

Hat man keine eigenen passenden Bilder, bieten sich kostenpflichtige oder kostenfreie Bilddatenbanken an. Kostenfrei sind z. B. pixelio.de oder blumenbuero.de. Zu den kostenpflichtigen gehören fotolia.com, digitalstock.de, shotshop.com oder panthermedia.net. Panthermedia bietet zahlreiche Pflanzenbilder. Damit man nicht endlos Zeit mit Bildrecherche aufwendet, empfiehlt es sich, den botanischen Namen bei der Suche zu verwenden.

Wer „Sonnenhut“ abfragt, bekommt unter diesem Suchwort jede Menge Damenhüte angezeigt, mit dem Begriff „Echinacea“ ist man auf jeden Fall erfolgreicher.

Die niederländische Bilddatenbank Blumenbüro hält hochwertige Bilder nach Jahreszeiten und floristischen Themen bereit. Galabau-Nord bietet seinen Mitgliedern ebenfalls eine Bilddatenbank.

Lesen Sie bei jedem Anbieter genau nach, welche Bildnachweise Sie angeben müssen, wenn Sie Fotos im Internet kommerziell nutzen. Bei Fotolia ist z. B. die Namensnennung der Datenbank und des Fotografen erforderlich, beim Blumenbüro muss man auf Websites wie tollwasblumenmachen.de verweisen.

Bilder für Website und Social Media Kanäle benötigen eine Auflösung von 72 dpi. Wollen Sie jedoch ein Bild für Ihren gedruckten Werbeflyer, brauchen Sie eine höhere Auflösung der Bilder, ab 300 dpi. (dpi = dots per inch / Punkte pro Zoll).

Am allerbesten sind immer eigene Bilder, denn sie sind einzigartig und zeigen genau das, was Ihren Betrieb ausmacht. Gute Bilder brauchen Zeit, nehmen Sie sich diese!

gruenestreiben.de: Diana Fütterer und Dr. Birgit Puck

Die Gesprächspartnerinnen: Diana Fütterer und Dr. Birgit Puck von gruenestreiben.de sind spezialisiert auf Online-Marketing für die Grüne Branche und Floristikbetriebe.

Diana Fütterer ist Webdesignerin und Landschaftsgärtnerin. Sie war viele Jahre Führungskraft im Garten- und Landschaftsbau und ist seit 15 Jahren im Bereich Webtechnologie, Webdesign und Grafik tätig.
Dr. Birgit Puck ist studierte Germanistin, Autorin und Texterin mit langjähriger Berufspraxis im Marketing und in der Erwachsenenbildung. Sie schreibt Website-Texte und Beiträge für Verlage.

Seit 2014 arbeiten sie als Agentur-Duo zusammen. Agentursitz ist Hamburg, Krönenbarg 89, 21077 Hamburg, Tel. 040 328 70 350, www.gruenestreiben.de