Grüne Branche

Interview: „Es werden einfach zu wenig Kinder geboren“

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Mit einer Großen Goldmedaille für ihr vielfältiges Staudensortiment wurde die Gärtnerei Becker aus Dinslaken in der laufenden BUGA Hallenschau geehrt. Eine Auszeichnung mit Mehrwert, sagt Inhaber Martin Becker. Die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft sprach mit ihm über seine Gartenschau-Teilnahmen, die Faszination der Gärtnerei und Nachwuchsprobleme im Gartenbau.

Martin und Kordula Becker mit ihrer Großen Großmedaille, die sie auf der Bundesgartenschau in Heilbronn gewonnen haben. Foto: DBG

Herr Becker, Ihre wievielte Teilnahme an einer Gartenschau ist das?

An Gartenschauen nehmen wir bestimmt schon seit 20 Jahren teil – aber meistens im Freilandwettbewerb, an Hallenschauen erst seit der IGA 2017 in Berlin. Als Staudengärtner muss man ja auf den Punkt die Pflanzen fertig haben. Und das ist bei der großen Artenvielfalt, die wir haben nicht ganz so einfach. Aber wir haben jetzt festgestellt, dass es doch sehr gut klappt und sind happy, erneut eine Auszeichnung bekommen zu haben.

Welchen Mehrwert hat eine solche Auszeichnung für Ihr Tagesgeschäft?

Wir können damit werben, im Internet, in den Medien. Es wird über uns berichtet. Wir hängen die Urkunden auch im Verkaufsraum aus, denn das ist ja auch eine Bestätigung für uns und unsere Arbeit. Und es ist wirklich so, dass uns viele Kunden darauf ansprechen.

Was ist denn Ihre Lieblingsblume?

Oh, ich hab‘ viele Lieblingsblumen. Elfenblumen finde ich ganz toll. Wir probieren gern auch immer wieder neue Sorten aus. Da ist Vieles dabei, was mir gefällt.

Was ist das Schöne an der Gärtnerei, außer dass man immer an der frischen Luft ist?

Ich liebe es zu sehen, was ich mit meinen eigenen Händen erschaffen habe – vom Samenkorn oder Steckling bis zur fertigen Pflanze. Speziell bei Stauden gibt es eine so enorme Vielfalt, es kommen jedes Jahr neue Sorten dazu, das ist einfach begeisternd. Ich würde immer wieder Staudengärtner werden.

Wie ist es um den Nachwuchs im Gartenbau bestellt?

Sehr schwierig. Der gesamte Gartenbau muss noch weiter an seinem Image arbeiten. Bei der Bezahlung ist schon sehr viel gemacht worden. Die Ausbildungsvergütung ist sehr gut, und auch als Geselle oder Meister wird man nicht so schlecht bezahlt. Aber es ist eben doch ein sehr anstrengender, harter Beruf. Man hat im Frühjahr starke saisonale Spitzen. Das möchten Viele einfach nicht. Und es fehlt generell an Nachwuchs, es werden einfach zu wenig Kinder geboren. Das ist ein Problem. Alle buhlen um die gleichen jungen Menschen. Trotzdem bin ich optimistisch, dass es unseren Beruf auch künftig geben wird.