Grüne Branche

Interview: „Ich konnte mit meinen Kreationen überzeugen“

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Monatelange Vorbereitungen, internationale Konkurrenten und Nerven aus Stahl – Stephan Triebe trat erst kürzlich für Deutschland beim FTD World Cup 2019 in Philadelphia an und stellte sein floristisches Können unter Beweis. Mit der TASPO sprach er über die weltweit angesehenste Veranstaltung der Blumenbranche, Wettbewerbsdruck und logistische Herausforderungen.

Stephan Triebe gelangte mit seinen floralen Kreationen auf Platz 4 beim FTD World Cup 2019. Foto: Jens Poulsen/Fleurop AG

Herr Triebe, Sie haben sich mehrere Monate auf den FTD World Cup 2019 vorbereitet und vorab gestalterische Gedanken gemacht. Wie haben Sie sich vorbereitet?

Insgesamt 23 Länder sind zu der Weltmeisterschaft in Philadelphia angetreten, um dort ihr Können unter Beweis zu stellen. Vier Aufgaben mussten innerhalb von zwei Wettbewerbstagen angefertigt werden. Drei der vier Werkstücke konnten vorab in Deutschland vorbereitet und nach Amerika verschickt werden, was logistisch eine riesige Herausforderung darstellte und optimale Planung voraussetzt. Seit Oktober letzten Jahres konnte man sich auf die drei Aufgaben vorbereiten, Ideen finden und mit der Umsetzung beginnen. In einer vorgegebenen Wettbewerbszeit wurden diese drei Arbeiten dann mit Blumen gefüllt und vollendet. Dabei sollte der frische florale Werkstoff dominieren und im Vordergrund der Gestaltung stehen.

Wie gehen Sie mit dem Druck vor und während des Wettbewerbes um?

Ich bin eher eine Person, die recht ruhig und konzentriert in solchen Situationen ist. Es ist wichtig, beim Wettbewerb eine Person an seiner Seite zu haben, die einen ohne große Worte versteht und die Vorbereitungen Hand in Hand gehen. Das gibt mir ein beruhigendes Gefühl. Ich brauche immer kurz vor Beginn einen Moment für mich, um mich zu sammeln und um im Kopf noch einmal alles durchgehen. Tief durchatmen und los geht’s.

Sie haben es im World Cup auf Platz 4 geschafft. Wie beurteilen Sie Ihre Platzierung insgesamt?

Ich denke, ich konnte mit meinen Kreationen überzeugen und bin als „Neuling“ auf der internationalen Bühne in Erscheinung getreten. Ich hoffe, dass sich im Nachklang der Weltmeisterschaft für mich neue Möglichkeiten ergeben und der ein oder andere auf mich aufmerksam geworden ist. Am Ende reichte es für mich für Platz 4, ganz knapp nur 1,7 Punkte hinter Platz 3. Aber welch ein großartiger Erfolg. Ich darf mich zu den besten fünf Floristen weltweit zählen!

Über die gesamten Tage hatte ich ein ganz gutes Gefühl und war mit meiner Leistung zufrieden, wobei man sich nie sicher sein kann, wie das Ganze ausgeht. Momente voller Anspannung, Aufregung, Emotionen und Freude liegen nun hinter uns und ich bin gespannt, was sich nun daraus entwickeln wird.

Was war für Sie als Teilnehmer die größte Herausforderung?

Ich denke, die wohl größte Herausforderung am Wettbewerb war die Logistik. Alles termingerecht so zu planen, dass es unbeschadet zum angegebenen Termin vor Ort ist. Aber auch die Beschaffung der Ware: wo besorge ich meine Werkstoffe? Besorge ich alles vor Ort oder über eine andere Bezugsquelle? Aufgrund der Entfernung musste man viel Vertrauen gegenüber den beteiligten Gewerken aufbringen und sich auf deren Zuverlässigkeit verlassen. Ein wirklich umfangreiches Thema, was eine optimale Planung und Organisation vor Ort vorausgesetzt. Die Zeit vor Ort war sehr knapp, um alles entsprechend vorzubereiten. Man musste seine Zeit optimal einteilen, da diese recht eng bemessen war.

Mehr Infos rund um Stephan Triebes Teilnahme am FTD World Cup 2019 lesen Sie im g&v-Interview.