Interview: Technische Herausforderungen im Gartenbau

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Energieeffizienz, Digitalisierung, DIN-Normen – das Themenspektrum zu Technikfragen ist so vielfältig und heterogen wie die Grüne Branche. Vor welchen technischen Herausforderungen der Gartenbau gerade steht, fragten wir Thomas Koch, Vorsitzender des ZVG-Ausschusses Technik und Bauwesen im Gartenbau.

Wo sehen Sie den größten Handlungsbedarf im Bereich Technik im Gartenbau?

Viele Informationen über technische und kulturtechnische Fragen sind ja – noch – vorhanden. Doch schon heute stellt sich die Frage, wie kommen Sie zum Gärtner? Wie muss die Ausbildung angepasst werden, um zukünftige Gärtner besser zu schulen? Welche Rolle spielt die Beratung bei der Komplexität bei den technischen Herausforderungen, die für den einzelnen Gärtner kaum alleine zu stemmen sind?

Bei den technischen Herausforderungen wird das große Thema Energie und der sparsame und nachhaltige Einsatz sicher weiter eine große Rolle spielen. Arbeitskräftemangel und Kostensteigerungen werden die Prozesse der Automatisierung weiter beschleunigen. Die rechnergesteuerte Unterstützung in der Klimaführung muss kontinuierlich optimiert werden, um das Pflanzenwachstum und die Produktqualität weiter zu verbessern und den Umgang mit Ressourcen nachhaltig zu reduzieren.

Wie stellt sich der Ausschuss der fortschreitenden Digitalisierung im Gartenbau?

Seit letztem Jahr arbeiten wir intensiv an dem Thema Digitalisierung. Wir haben bereits mehrfach über die Themen diskutiert, einen Blick in Richtung Landwirtschaft geworfen und planen aktuell zur Digitalisierung im Gartenbau einen Workshop. Im Workshop sollen die Anforderungen der Praxis sowie die technische Realisierung diskutiert und auf einander abgestimmt werden.

Aber es ist ja nicht alles neu. Der Einsatz von digitaler Klimatechnik ist im Gewächshausbau bereits heute Standard mit großem Potenzial zur Weiterentwicklung intelligenter Gewächshaus-Managementsysteme. Feldroboter und Drohnen finden sich teilweise im Freilandanbau. Sie werden zur Unkrautbekämpfung, zum Pflanzenschutz, aber auch für Wachstumskontrollen oder für Bewässerungssteuerung eingesetzt. Die Einsatzgebiete sind vielfältig und einige haben inzwischen Praxisreife erzielt. Dynamisch voran schreitet das Lernen mit Hilfe von multimedialen Lernanwendungen und die Online-Kommunikation.

Auch im Bereich der Betriebswirtschaft ist die Digitalisierung angekommen. Mit dem Betriebsgleich 4.0., wird den Unternehmen ein intelligentes, ansprechendes und einfaches Instrument zur Betriebsanalyse an die Hand gegeben, das für jeden Gartenbauer zum Standardwerk werden sollte.

Zum Abschluss ein Blick in die Zukunft. Wo sehen Sie Schwerpunkte in den kommenden Jahren?

Wir wünschen uns eine noch stärkere Beteiligung der Praxis. Diese würde die sehr gute Zusammenarbeit von Wirtschaft, Beratung und Wissenschaft noch weiter verbessern. Sorge macht uns der fehlende Nachwuchs. Ein Blick auf die Hochschulen zeigt, dass die Technikinstitute nicht mehr in der bekannten Stärke besetzt sind oder besetzt werden können. Wir sprechen von Gartenbau 4.0 und der Notwendigkeit zur technischen Weiterentwicklung und können dies fachlich nicht entsprechend begleiten. Hier sehe ich ein großes Defizit und dringenden Handlungsbedarf.

Das komplette Interview mit Thomas Koch zu den technischen Herausforderungen für den Gartenbau lesen Sie in der TASPO 11/2018, die am 16. März erscheint.

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