Grüne Branche

Interview: „Wir haben schwer zu kämpfen“

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Bereits zum zwölften Mal trafen sich in diesem Jahr motorradbegeisterte Gärtner, um beim Branchentreffen der Grünen Zunft gemeinsam Kurven und Landschaft zu genießen – diesmal im sächsischen Erzgebirge. Anlass für die TASPO nachzuhaken, warum dieses „Kommunikationsformat“ überzeugt und was die Teilnehmer mit nach Hause nehmen.

Wir befragten Initiator Gerd Kruse von der gleichnamigen Baumschule und Wolfgang Müller, den Präsidenten des sächsischen Baumschulverbandes und Ausrichter der diesjährigen Veranstaltung.

Was bringt euch als Teilnehmer das Branchentreffen?

Wolfgang Müller: Hier treffen sich Gärtner aus allen Regionen Deutschlands. Ich schätze besonders die ungezwungene Atmosphäre, in der wir hier miteinander sprechen können. Biker sind eben unkompliziert und offen.

Gerd Kruse: Das Branchentreffen war vor zwölf Jahren eine Idee von mir, weil ich etwas Ähnliches im Sanitärbereich als Guide mitgemacht habe. Das kann unsere Branche auch, dachte ich mir. Inzwischen hat sich die Grüne Zunft entwickelt und zum festen Termin am verlängerten letzten Wochenende im August gemausert. Was ich besonders gut finde, ist, dass inzwischen auch die junge, nachfolgende Generation dabei ist. Das motiviert, weiter zu machen.

Um welche fachlichen Dinge ging es beim diesjährigen Treffen?

Wolfgang Müller: Wir sind ja viele Baumschuler, die hier mitfahren. Deshalb ging es in vielen Gesprächen um eine ehrliche Einschätzung der Lage am deutschen Baumschulmarkt. Man kann sagen, dass in allen Bundesländern die gleichen Sorgen da sind. Alle haben schwer zu kämpfen. Das muss man nüchtern sagen und kann man nicht schön reden. Es gibt ein Überangebot an Ware, das wissen alle. Das macht den Handel für die Baumschulen auch untereinander sehr schwer.

Gerd Kruse: Ja, die Probleme in der Baumschulwirtschaft sind überall gleich. Wenn man durch ein Produktionsgebiet wie bei uns im Ammerland fährt, fällt im Moment wirklich auf, dass dort, wo früher drei Stellflächen mit Bodendeckern belegt waren, jetzt nur noch eine ist. Da steht noch etwas Ware vom letzten Jahr, aber die Produzenten haben die Flächen nicht komplett wieder aufgetopft. Für alle Freilandkulturen gilt im Übrigen das Gleiche.
Es wird nach meiner Einschätzung in den nächsten zwei bis drei Jahren zu einer Verknappung vernünftiger Ware kommen. Hoffentlich mit dem Ergebnis, dass die Preise besser werden und wir wieder Erzeugerpreise erzielen können, die wir brauchen. Gute Chancen also für diejenigen, die jetzt weitermachen und durchhalten.

Warum hast du, Wolfgang, das Treffen in diesem Jahr ausgerichtet?

Wolfgang Müller: Wir waren nun schon öfter dabei, immer in anderen Bundesländern. Wir wollten uns für die Gastfreundschaft revanchieren. Ich danke für die große Beteiligung von 35 Motorrädern und 45 Personen.

Wohin hat das Branchentreffen Euch bisher schon geführt?

Gerd Kruse: Wir waren bisher mehrmals in den USA, in unserem schönen Ammerland, in den Alpen, in Franken, in Plau am See, im Badischen rund um Wiesbaden, im Harz und letztes Jahr am Starnberger See.

Und wo geht es nächstes Jahr hin?

Gerd Kruse: Nächstes Jahr wird es wieder etwas flacher, jedenfalls von der geografischen Lage. Wir treffen uns im Emsland und erkunden Lingen, Bad Iburg und den Teutoburger Wald.