Grüne Branche

Interview: „Wir nennen es 'La petite Provence'“

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In einer handelsüblichen Gärtnerei finden sich in der Regel Blumen und Pflanzen unterschiedlichster Form und Couleur. Doch was bietet eigentlich eine Erlebnisgärtnerei? Die TASPO sprach mit Andreas Beine, Betreiber der „Erlebnisgärtnerei Beine“ in Salzkotten, über die Eigenheiten seines Betriebes inmitten eines riesigen Lavendelfeldes.

Andreas Beine hat sich in seiner Erlebnisgärtnerei auf die Heilpflanze Lavendel spezialisiert. Foto: Andreas Beine

Herr Beine, seit wann existiert Ihre sogenannte „Erlebnisgärtnerei“ und was versteht man darunter?

Im Jahr 2010 habe ich begonnen, mir meinen Traum von einer eigenen Gärtnerei im Heimatort Salzkotten zu erfüllen. Die Gärtnerei bietet mir ausreichend Platz für Kreativität, Inspiration und Schaffenskraft, die seit meiner Selbstständigkeit in mir schlummert. Seit vier Jahren blicken mein Team und ich nun stolz auf ein Lavendelfeld, das wir augenzwinkernd „La petite Provence“ nennen.

Haben Sie schon einmal in einer Badewanne geschaukelt oder standen Sie schon auf einem Surfbrett inmitten blauer Wellen aus Lavendel? Das Besondere an einer Erlebnisgärtnerei ist, dass Besucher nicht „nur“ Kunden und Käufer unserer grünen Ware sind. Unsere Gärtnerei bietet dem Gartenfreund eine kleine Reise in eine belebte und inspirierende Gartenwelt, die es mit allen Sinnen zu erleben gilt.

Sie haben sich insbesondere auf Lavendel spezialisiert. Was macht ihn so besonders?

Lavendel ist nicht nur eine duftende und dankbare Pflanzenschönheit, sondern zudem eine altbekannte Heilpflanze, deren Wirkung in unserer Zeit wieder an Bedeutung gewinnt. Seit 2015 bewirtschaften wir eine Anbaufläche von 4.500 Quadratmetern, auf der die englische Lavendelsorte ‘Hidcote Blue’ für ein Meer aus lilafarbenen Blüten sorgt. Auf der Freifläche unserer Gärtnerei findet man dagegen eine Lavendelsammlung, die mittlerweile aus 40 verschiedenen Sorten besteht. Lavendel lässt sich zu hochwertigen Produkten verarbeiten und bietet nicht nur Bienen, sondern auch einer Vielzahl anderer Insekten eine verlässliche Nahrungsquelle.

Vor kurzem wurde ein Konzert in ihrem Lavendelfeld veranstaltet. Woher nehmen Sie die Ideen?

Unsere Gärtnerei schafft ein einzigartiges, naturnahes Ambiente und da liegt es auf der Hand, die Pforten für Gäste zu öffnen und besondere Projekte und Veranstaltungen dort stattfinden zu lassen. Durch diese Anlässe entstehen neue Erlebnisse. Im besten Fall werden sie zu einer Vorlage für weitere, neue Ideen. Das Konzert mit Nick Howard zählt sicherlich zu den Höhepunkten unseres Gartensommers.

Mit welchen Herausforderungen werden Sie im Rahmen Ihrer Arbeit konfrontiert?

Herausforderungen gehören ja zu unserem „täglich Brot“, das verbindet die Berufsgruppen, die in und mit der Natur arbeiten. Umweltfaktoren wie Wetterbedingungen stellen uns jedes Jahr vor neue Herausforderungen. Die anhaltende Hitze und die damit verbundene Trockenheit des vergangenen Sommers sorgte für eine frühe Blüte der Lavendelpflanzen. Die Ernte musste vorgezogen und entsprechend schnell erfolgen. Das ist eine befriedigende, aber auch zeitintensive und anstrengende Arbeit, da wir die Blüten nicht maschinell, sondern mit der Hand schneiden. Um dafür den optimalen Zeitpunkt zu treffen, braucht es nicht nur Erfahrung, sondern auch das besagte „Quäntchen Glück“.

Wie wollen Sie zukünftig Ihr Unternehmen weiterentwickeln und was haben Sie sich noch vorgenommen?

Meine Mitarbeiterin und ich haben Visionen und die Freude am Lavendel treibt uns immer wieder an. In Zukunft werden wir einen weiteren Schwerpunkt auf die Produktion von Lavendelprodukten setzen. Gute Erfahrung haben wir bereits mit eigenem Lavendelöl, handbedruckten Duftsäckchen, Lavendel als Gewürz für die Küche, Wärmekissen, Trockensträußen, Sekt, Seife, Blütenhonig und Lavendeldestillat gemacht. Wir verkaufen diese Produkte auf Handwerkermärkten und besonderen Stadtfesten und freuen uns, unsere Kunden auch in Zukunft mit dem duftenden, blauen Gold des Sommers zu erfreuen.