Grüne Branche

Interview: „Wir wollen einen Teufelskreis durchbrechen“

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Mit einer vollkommen neuen Umsetzung der Blumenhalle will die Landgard Initiative „Blumen – 1000 gute Gründe“ nicht nur das Image von Blumen und Pflanzen auf der Internationalen Grünen Woche (IGW) auffrischen, sondern auch ein jüngeres Publikum nach Berlin locken. TASPO Online sprach mit Armin Rehberg, Vorstandsvorsitzender der Landgard eG, über die Hintergründe.

„Gerade angesichts des aktuellen DIY-Trends sind Blumen und Pflanzen bei jungen Menschen jetzt so angesagt wie selten zuvor“, sagt Armin Rehberg, Vorstandsvorsitzender der Landgard eG. Foto: Landgard

Warum engagiert sich Landgard auf der IGW 2018, was zeichnet die Messe als ideale Plattform für „Blumen – 1000 gute Gründe“ aus?

Ziel von Landgard und unserer Initiative „Blumen – 1000 gute Gründe“ ist es, Bedürfnisse für Blumen und Pflanzen zu wecken, zu erhalten und nachhaltig zu steigern – bei unserem Stammpublikum und Kunden 50+, aber auch bei den jungen Leuten. Mit kreativen, modernen, auch ungewöhnlichen Aktionen, die Aufmerksamkeit erregen, wollen wir junge Leute und heutige Gelegenheitskäufer für Blumen und Pflanzen begeistern und so letztendlich für uns und unsere Branche eine sichere Basis für die Zukunft schaffen. 

Was ist dafür besser geeignet als eine ganze Halle mit über 6.000 Quadratmetern, die wir mit Kreativität, Schönheit, Genuss, Ökonomie, Liebe und Leben füllen und so in eine blühende Quelle der Vielfalt verwandeln, um in den Dialog mit Branchenvertretern, der Politik, Key Playern, aber insbesondere auch mit über 400.000 Besuchern und potenziellen Kunden zu gehen.

Bislang wurde die IGW vorwiegend von einem „gesetzten“ Publikum besucht – was versprechen Sie sich in diesem Zusammenhang von interaktiven Angeboten wie Blogger-Aktionen und Selfie-Points?

Auf der einen Seite macht die Digitalisierung auch vor der Generation 50+ nicht halt. Die sogenannten „Silver Surfer“ gehören nicht selten zu den besten Kunden im Handel und verschicken heute ebenso selbstverständlich Selfies statt Urlaubskarten wie ihre Enkel – warum also nicht auch von der Grünen Woche? Auch unsere Blogger sprechen mit ihren fachlich fundierten Inhalten und kreativen Ideen auf frische, unverbrauchte Weise Menschen aller Altersgruppen an. 

Auf der anderen Seite wollen wir aber auch einen Teufelskreis durchbrechen. Sie können kein jüngeres Publikum erwarten, wenn Sie für junge Menschen nicht attraktiv sind. Gerade angesichts des aktuellen DIY-Trends sind Blumen und Pflanzen bei jungen Menschen jetzt so angesagt wie selten zuvor. Unser Ziel ist es, diesen grünen Trend aus den sozialen Netzwerken mit einem jungen, frischen Konzept auch auf die IGW zu holen. Wir wollen zeigen, dass Blumen und Pflanzen für Jung und Alt schön, kreativ, aufregend, genussvoll, sexy und lebensnotwendig sind. By the way: Es gibt auch junge Alte oder sogar alte Hipster.

Weshalb haben Sie die IGW als Bühne für die Verleihung der Landgard Awards gewählt und welchen Nutzen können die ausgezeichneten Erzeugerbetriebe aus dem öffentlich vergebenen Preis ziehen?

Als international wichtigste Messe für Ernährungswirtschaft, Landwirtschaft und Gartenbau sind Blumen & Pflanzen sowie Obst & Gemüse auf der Grünen Woche gleichermaßen zuhause. Genau das macht die IGW zur idealen Plattform vor der IPM und vor der Fruit Logistica für die Verleihung der Landgard Awards. 

Unsere Mitglieder aus beiden Sparten sind die Basis des Erfolgs von Landgard als moderne vermarktende Erzeugergenossenschaft. Darum war es mir eine Herzensangelegenheit, nach den erfolgreichen Premieren der Landgard Awards in 2017 für dieses Jahr einen passenden Rahmen zu finden, der es uns erlaubt, die Auszeichnungen in beiden Sparten gemeinsam zu verleihen. Mit dem Landgard Award wollen wir in erster Linie „Danke“ sagen an unsere verdienten Erzeuger, aber auch „Auf jetzt!“ für eine noch erfolgreichere gemeinsame Zukunft. Diese öffentlich vergebene Ehrung ist daher für die ausgezeichneten Betriebe hoffentlich gleichermaßen Anerkennung für geleistetes Engagement wie Ansporn für die Zukunft.