Grüne Branche

Invasiver Quarantäne-Schädling: Prachtkäfer bedroht Gemeine Esche

Einem Quarantäneschädling, der die europäische Esche angeblich endgültig ausrotten könnte, widmete Spiegel Online kürzlich einen Artikel. Eine Nachfrage der TASPO bei Dr. Thomas Schröder vom Julius Kühn-Institut (JKI) ergab, dass die Situation „genauso dramatisch ist wie im Spiegel-Artikel beschrieben“, es in Deutschland aber zum Glück aktuell keine Funde gibt. 

Der Asiatische Eschenprachtkäfer wird etwa acht bis 15 Millimeter lang. Foto: Schröder/JKI

Dennoch ist er auf dem Vormarsch: 2007 ist der Japanische Eschenprachtkäfer (Agrilus planipennis) in Moskau aufgetreten und breitet sich seither weiter Richtung Westen und Süden aus. Pro Jahr vergrößert sich das Befallsgebiet um etwa 40 Kilometer. Die unabsichtliche Verschleppung durch den Menschen, wie mit dem Transport von infiziertem Brennholz, stellt ein weiteres Risiko dar.

Immensen Schaden richtet der invasive Schädling bereits seit den 1980er-Jahren im Mittleren Westen der USA an. Mehr als 50 Millionen Eschen fielen den gefräßigen Larven bis heute zum Opfer. „Was die dort (USA) lernen mussten, ist, dass eine Ausrottung unmöglich ist“, so Schröder.

Allein eine Verzögerung könne durch Gegenmaßnahmen wie Fällarbeiten, Insektizide und Nützlinge erreicht werden. „Da Russland so gut wie keine Gegenmaßnahmen ergreift, weil der Japanische Prachtkäfer angeblich in Teilen des Landes heimisch ist, ist eine Grenzüberschreitung nur eine Frage der Zeit“, weiß der Forscher.

Fällt der Käfer in Deutschland ein, hat das fatale Folgen für unsere Eschenbestände. Denn die Baumart wird europaweit schon durch eine Pilzkrankheit, den Hymenoscyphus pseudoalbidus (Falsches Weißes Stengelbecherchen), drastisch dezimiert. Potenziell gefährdete Wirtspflanze ist vor allem die Gemeine Esche. Vertreter der Gattungen Juglans, Ulmus und Pterocarya könnten aber ebenfalls auf der roten Liste stehen.

Eines ist sicher: Dem hiesigen Klima ist der einst im Osten Chinas beheimatete Käfer gewachsen. Die adulten Tiere werden etwa acht bis 15 Millimeter lang, haben einen lang gestreckten Körper und glänzen grünmetallisch. Die Larven (26 bis 32 Millimeter) sind cremeweiß, flach, länglich und besitzen ein paar braune, zangenartige Fortsätze am letzten Segment des Abdomens. Im Jungstadium fressen sie zwischen Holz und Rinde serpentinenartige Gänge, was nach wenigen Jahren zum Absterben des befallenen Baumes führt. (nq)