Grüne Branche

Investor für Übernahme von Max Bahr soll im Oktober gefunden sein

Das zuständige Amtsgericht Hamburg hat heute die Insolvenzverfahren für die Baumarktkette Max Bahr eröffnet. Die beiden vorläufigen Insolvenzverwalter der Max Bahr- Baumärkte, Rechtsanwalt Dr. Jens-Sören Schröder (für die 78 Bestandsmärkte) und Rechtsanwalt Christopher Seagon (für die 54 ehemaligen Praktiker- und seit 2012 auf Max Bahr umgeflaggten Märkte) wurden vom Gericht zu den jeweiligen Insolvenzverwaltern bestellt, melden das Unternehmen und die Insolvenzverwalter. 

Bereits im vorläufigen Insolvenzverfahren hatten die beiden Insolvenzverwalter einen geordneten Investorenprozess eingeleitet. Verbindliche Angebote von Interessenten für die Übernahme von Max Bahr seien angekündigt und würden zeitnah erwartet. Diese Angebote werden den Angaben zufolge geprüft und den Gläubigerausschüssen vorgelegt.

Ziel der Insolvenzverwalter ist es der Meldung zufolge, sich im Laufe des Monats Oktober mit einem Investor vertraglich über die Übernahme von Max Bahr geeinigt zu haben. „Die bisherigen Verhandlungen zeigen deutlich, dass Max Bahr weiterhin eine gute Adresse im Baumarktgeschäft ist. Ich bin deshalb sehr zuversichtlich, dass wir, allen voran für die Beschäftigten, eine gute Lösung erzielen werden", sagt Dr. Jens-Sören Schröder, Insolvenzverwalter der 78 Bestandsmärkte von Max Bahr. Christopher Seagon, Insolvenzverwalter der 54 ehemaligen Praktiker- Märkte, die auf Max Bahr umgeflaggt wurden, ergänzt: „Ich freue mich, dass sich das Interesse der Investoren auch auf zahlreiche umgeflaggte Märkte und auf Märkte, die derzeit noch Praktiker- Baumärkte sind, erstreckt.“ Auch er sieht für diese Märkte Chancen, dass viele Arbeitsplätze dieser Gesellschaften gesichert werden können. 

Angesichts der aktuellen Entwicklung habe die Insolvnzverwalten nochmals die bisherige Entwicklung um Praktiker und Max Bahr als Hintergrundinformationen zusammengefasst:

Am 26. Juli 2013 hat die Geschäftsführung von Max Bahr Insolvenzantrag für die Baumarkt Max Bahr GmbH & Co. KG mit den 78 Max-Bahr-Bestandsmärkten und etwa 3.600 Beschäftigten (inklusive 430 geringfügig Beschäftigte) gestellt. Das zuständige Amtsgericht in Hamburg hatte daraufhin Rechtsanwalt Dr. Jens-Sören Schröder von der Kanzlei Johlke Niethammer & Partner zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Schröder führt alle Standorte seit Insolvenzantrag fort, der Verkauf geht uneingeschränkt weiter. Grundlage dafür war den Angeben zufolge, dass Schröder sich mit wesentlichen Beteiligten über die Finanzierung der weiteren Warenlieferungen einigen konnte. 

Die Max-Bahr-Geschäftsführung hatte am 26. Juli 2013 auch Insolvenzantrag für die Baumarkt MB Vertriebs GmbH gestellt. In dieser Gesellschaft sind die 54 Filialen mit etwa 2.800 Beschäftigten (inkl. 820 geringfügig Beschäftigte) eingegliedert, die seit September 2012 von Praktiker auf Max-Bahr- Baumärkte umgeflaggt wurden. Die Gesellschaft dieser umgeflaggten Max-Bahr-Märkte ist in der gesellschaftsrechtlichen Struktur unter den Praktiker-Märkten angesiedelt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter hatte das Amtsgericht Hamburg Rechtsanwalt Christopher Seagon von der Kanzlei Wellensiek bestellt. 

Bereits am 11. Juli 2013 hatten die Geschäftsführungen von acht operativen Praktiker- Konzerngesellschaften mit Sitz in Hamburg beim zuständigen Amtsgericht in Hamburg Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das Amtsgericht hatte daraufhin Rechtsanwalt Christopher Seagon für alle acht Gesellschaften mit insgesamt etwa 7.600 Beschäftigten (inklusive 2.400 geringfügig Beschäftigte) zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Seagon führt die Gesellschaften seit Insolvenzantrag fort und konnte ebenfalls die Finanzierung für die weitere Warenbestellung sichern. Nachdem kein Investor Interesse an einer Übernahme der Baumärkte unter der Marke Praktiker hatte, so heißt es dazu, leitete Seagon den Abverkauf an den Standorten ein, um die leeren Märkte für einen größeren Kreis an Investoren interessant zu machen. 

Der Vorstand der Praktiker AG hatte am 12. Juli 2013 zudem in Saarbrücken einen Insolvenzantrag für die Konzernholding mit etwa 350 Beschäftigten gestellt. Das Amtsgericht hatte daraufhin Rechtsanwalt Udo Gröner zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. (ts/mb)