Grüne Branche

IPM 2014: ungebrochen hohe Ordertätigkeit spiegelt Optimismus der Branche

Erneut gestiegene Internationalität, mehr Entscheider und größeres Interesse am Technikbereich kennzeichneten die diesjährige Internationale Pflanzenmesse IPM laut Abschlussbericht der Messe Essen. Die Weltleitmesse des Gartenbaus habe zudem eine ungebrochen hohe Ordertätigkeit gezeigt und war verstärkt Plattform für Kontaktpflege und Netzwerken. 1.554 Aussteller aus 45 Ländern präsentierten den Angaben zufolge rund 57.000 Fachbesuchern aus über 100 Nationen Produkte und Dienstleistungen rund um die grüne Branche.

Die Hochrechnung des letzten Messetages mit einbezogen kamen rund 44.000 registrierte Fachbesucher mit einem Auslandsanteil von 38,3 Prozent zur IPM 2014. Foto: Messe Essen

Rund ein Drittel der Besucher bestellte direkt auf der Messe, fast die Hälfte gab an, dass es nach der Messe zu Vertragsabschlüssen kommen wird. Das zeige, dass die Branche positiv in die Zukunft blickt. „Wir Gärtner schauen optimistisch nach vorne. Dabei gilt die IPM zu Anfang des Jahres als Impulsgeber für ein gutes Wirtschaftsjahr. Denn der Einbruch des Marktes 2013 wird keine negativen Einflüsse auf den Verlauf 2014 haben, wenn die Witterung mitspielt. Im Gegenteil – ich bin fest davon überzeugt: es wird Nachholbedarf geben; auch durch Ersatz- und Neupflanzungen“, so die Einschätzung von Jürgen Mertz, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG).

Die Aussteller lobten laut Messe Essen besonders die Internationalität und die Qualität der Besucher. Mit rund 40 Prozent (2013: rund 30) sei der Anteil der ausländischen Fachbesucher deutlich gestiegen. Länder aus dem Nahen Osten und Asien sowie Australien legten zu. Auch die Besucherqualität konnte gesteigert werden. 75 Prozent (2013: 72 Prozent) der Besucher ist an Einkauf und Beschaffung im Unternehmen beteiligt. Hohes Interesse habe dem vergrößerten Bereich Technik gegolten. Rund 41 Prozent (2013: 36 Prozent) der Befragten nannten ihn hinter der Pflanze (76 Prozent) als Ausstellungssektor, der sie besonders interessiere.

Bei den Besucherzielen standen Pflege und Ausbau von Geschäftskontakten sowie das Netzwerken weit vorne. Internationale Verbände nutzten die Messe für ihre Treffen. Premiere feierte der Europäische Baumschulempfang, der in Kooperation des Bundes deutscher Baumschulen (BdB) mit der European Nursery-Stock Association (ENA) und der Messe Essen organisiert wurde. „Erstmals nutzen wir Baumschulverbände die hervorragende Plattform der IPM, um nicht nur als Unternehmen Flagge zu zeigen, sondern die Verbundenheit der Branche über ganz Europa hinweg zu demonstrieren“, unterstrich BdB-Präsident Helmut Selders die zunehmende Bedeutung der IPM für den Austausch auf internationaler Verbandsebene.


Schaufenster für Neuheiten und Innovationen

Traditionell wurden auf der IPM innovative Pflanzenneuzüchtungen prämiert. Insgesamt 56 Pflanzen hatten am Neuheitenschaufenster teilgenommen. Sieben von ihnen dürfen den Titel „IPM Neuheit 2014“ tragen. Im Fokus des „Colour your life Awards“, der von der Messe Essen und dem Blumenbüro Holland organisiert wurde, stand die Geschichte hinter der Pflanze. Unter den zwölf Nominierungen sicherte sich die Helleborus aus der „King”-Collection von Special Plant (NL-Zundert) den Pokal. Der zweite Preis ging an die Hydrangea macrophylla Black Diamonds von De Jong Plants b.v. (NL-Boskoop). Der Lorbeerbaum von der ebenfalls niederländischen Firma Gova BV aus Nispen sicherte sich Platz drei.

Den „Gartenbaupreis NRW 2014“ erhielt der Zierpflanzenbaubetrieb Engels aus Pulheim für sein erfolgreiches Konzept zum praktischen Klima- und Umweltschutz im Gartenbau. Der „INDEGA IPM Innovation Award 2014“ ging an die Maschine „FlowerPack“ der Firma Leidolt Maschinenbau aus Singen. Das Gerät nimmt mit einer Gabel Töpfe vom Laufband und setzt sie in Transport- oder Kulturtrays.


Informatives Rahmenprogramm überzeugte
Neu im Begleitprogramm der IPM war die Informationsveranstaltung „Grüne Stadtentwicklung in Zeiten des Wandels… und knappen Haushalten“ in Kooperation mit der Stiftung „Die Grüne Stadt“. „Städte blieben nur bewohnbar, wenn genug Grün vorhanden ist. Gepflegte Grünflächen und Parks erhöhen die Lebensqualität und steigern den Wert von Grundstücken und Immobilien“, betonte auch Bundeslandwirtschaftsminister Dr. Hans-Peter Friedrich in seiner IPM-Eröffnungsrede.
Beim internationalen Gartenbauforum stand die Gartenbau- und Pflanzenwirtschaft der Türkei im Fokus. Experten schilderten die aktuelle wirtschaftliche Situation und informierten über neue Marktchancen.
Gemeinsam mit der Messe Essen luden die „grünen Verbände“ zum Tag der Ausbildung ein. Unter dem Motto „I LOVE GREEN – Grüne Berufe live erleben“ wurden Schüler allgemeinbildender Schulen der Klassen 9 und 10 umfangreich über den Beruf des Gärtners und des Floristen informiert.


IPM 2015 ist fester Termin im Messekalender
Bereits jetzt steht laut Abschlussbericht der Messe Essen für 93 Prozent der Besucher und 96 Prozent der Aussteller fest, dass sie auch 2015 an der IPM teilnehmen werden. Die nächste Auflage der Internationalen Pflanzenmesse findet vom 27. bis 30. Januar 2015 in der Messe Essen statt.


Ausstellerstimmen
Armin Rehberg, Vorstandsvorsitzender Landgard:
„Unser IPM-Messestand in Essen ist bei Kunden, Erzeugerbetrieben und der Branchenöffentlichkeit als Kommunikations- und Informationsplattform seit Jahren etabliert. Dieses wichtige Forum wird Landgard auch zukünftig nutzen, um sich der Branche als Dienstleister mit Mehrwert zu präsentieren. Deshalb freuen wir uns über die große Anziehungskraft der IPM auf das internationale Fachpublikum. Darüber hinaus ist die Außenwirkung der IPM für alle Beteiligten in der Wertschöpfungskette ein ausgezeichneter Imageträger und Botschafter, um die Vielseitigkeit und Leistungsfähigkeit des Gartenbaus positiv darzustellen.“

Christian Günther, Verkaufsleitung Export, Einheitserdewerke Patzer:
„Die IPM zieht immer stärker Besucher aus Übersee an, was sehr gut ist für unser internationales Geschäft. Wir haben dieses Jahr zum Beispiel neue Kontakte zu potenziellen Kunden aus Mexiko gewonnen. Die Besucherqualität auf der Messe war insgesamt sehr hoch. Auch das ist uns wichtig. Deshalb werden wir bei der nächsten IPM auf jeden Fall wieder dabei sein.“

Beatrix Hildenbrand, Vertriebsleitung Kräss GlasCon:
„Wer internationale Entscheider erreichen will, kommt zur IPM. Keine Branchenveranstaltung ist internationaler oder kann einen vergleichbar hohen Entscheideranteil verbuchen. Wir haben eine gute Resonanz von interessierten Besuchern gehabt, auch aus den USA und Italien. Da für uns ebenso der russische Markt sehr wichtig ist, sind wir auch auf der Flowers IPM Moscow dabei.“

Klaus Feike, Leiter Vertrieb an Gewerbekunden Volkswagen Nutzfahrzeuge:
„Ob Caddy, Crafter Pritschenwagen oder Amarok mit kippbarer Ladefläche – wir haben auf der IPM Nutzfahrzeuge präsentiert, die für die grüne Branche interessant sind. Die Weltleitmesse des Gartenbaus ist für uns eine hervorragende Plattform, um unsere Marke zielgruppenspezifisch bekannt zu machen. Denn: Gerade hier in Essen treffen sich die Entscheider. In diesem Jahr waren wir das zweite Mal auf der Messe vertreten, erneut in Kooperation mit unserem Partner dem Zentralverband Gartenbau (ZVG). Unser Fazit: Es war eine erfolgreiche Zeit.“

Constanz Dorniak, Vertriebsleitung Deutschland Garten, Emsa:
„Von Beginn an war die Frequenz an unserem Stand hervorragend. Wir konnten Kunden aus aller Welt begrüßen. Viele Besucher kamen aus Russland, der Türkei und den USA. Meiner Meinung nach ist die IPM noch ein Stück internationaler geworden. Wir konnten unser aktuelles Produktportfolio, das sich durch starke Farben und funktionales Design auszeichnet, gut vermarkten. Für 2014 gilt: Wir sind zufrieden.“

Matthias Daisenberger, Geschäftsführung Modahum:
„Viele internationale Kontakte und ein gutes Messegeschäft – so können wir die IPM 2014 zusammenfassen. Akutes Interesse an unseren Schwerlastsackkarren für schwere Pflanzen und Töpfe können wir aus fast der ganzen Welt verzeichnen. Entscheider aus Australien, Hongkong, Kanada, Russland und Südafrika haben sich bei uns informiert. Dementsprechend ist die IPM seit fast zwölf Jahren eine gute Messe für uns: Hier treffen wir zielgenau unsere Kunden.“

Arno Zerhusen, Sales Manager, Pöppelmann:
„Wir sind Aussteller der ersten Stunde und richten unsere Marketingaktivitäten mittlerweile gezielt unter anderem auch auf die IPM aus. Dort treffen wir die Personen, die wir treffen möchten. Außerdem erfahren wir die neuesten Trends. Pöppelmann liefert unter anderem Pflanztöpfe, Aufzuchtsysteme und Trays in 70 Länder dieser Erde. Deswegen ist die Internationalität dieser Weltleitmesse für uns besonders wichtig. Kurz und knapp: Die IPM lief 2014 wie erwartet sehr gut.“

Jürg Zwahlen, Präsident Birchmeier Strühtechnik:
„Die IPM bot eine erstklassige Kulisse, um unsere Produkte zu präsentieren. Wir konnten ausgewählte Innovationen – und sogar eine Weltneuheit – vor breitem Fachpublikum erläutern. Die IPM ermöglichte uns, Anwender über verbesserte Techniken zu informieren. Im kommenden Jahr sind wir gern wieder dabei.“

Heinz Wigbers, Euro Infrarot Technologie:
„Wir stellen zum ersten Mal auf der IPM aus und können jetzt schon sagen, dass wir sicherlich wiederkommen werden. Diese Messe ist für unser Unternehmen die ideale Werbeplattform. Mit unseren Wärmematten konnten wir eine Angebotslücke im Bereich Arbeitsplatzausstattung für Floristen füllen. Unsere Produkte sind sehr gut angekommen.“

Dipl-Ing. Andreas Richter, Vertriebsleiter Gartencenter Bruns-Pflanzen-Export:
„Wir sind seit Anfang an dabei und konnten auch die 32. IPM wieder hervorragend für die Kontaktpflege nutzen. Diese Messe spiegelt den internationalen Markt und ist für uns die Weltleitmesse der Branche. In diesem Jahr hatten wir besonders viele Kunden aus dem Ausland an unserem Stand. Die Internationalität hat aus unserer Sicht zugenommen.“

Peter Willenborg, Handelsvertreter MEGA Ceramics:
„Wir sind nach zwölf Jahren Pause wieder auf der IPM mit einem eigenen Stand dabei und positiv überrascht: Besonders unsere Neuheiten waren sehr gefragt. Wir hatten das Gefühl, dass die Kunden nach einem relativ schlechten Jahr nun bereit sind, zu investieren. Die Messeteilnahme war der richtige Schritt zur richtigen Zeit. Unsere Auftragsbücher sind voll.“

Gülşen Bay, Turkish Ornamental Plants Exporteurs Union, Türkei:
„Die Premiere des türkischen Gemeinschaftsstandes auf der IPM war sehr erfolgreich. Unser Stand war stark frequentiert, die Besucher hoch qualifiziert. Überhaupt wird die IPM vor allem von Entscheidern besucht, und das ist gut für unser Geschäft. Deshalb können wir uns gut vorstellen, die nächsten Jahre wieder zu kommen.“

Frederico Peinheiro Chagas, Generaldirektor VIPLANT, Portugal:
„Für die Aussteller auf dem portugiesischen Gemeinschaftsstand war der IPM-Auftritt ein voller Erfolg. Wir haben sehr gute Gespräche mit Bestands- und potenziellen Kunden geführt. Die hochqualifizierten Interessenten an unseren Pflanzen kamen vor allem aus Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Skandinavien, aber auch aus Tschechien und Russland. Fazit: Bei der IPM ESSEN 2015 sind wir wieder dabei.“

Paolo Gorini, Geschäftsführer Gorini piante, Italien:
„Wir sind ein Familienbetrieb mit viel Liebe zum Detail. Sonderwünsche sind für uns ebenso selbstverständlich wie ein direkter Draht zu unseren Kunden. Deswegen sind Messen wie die IPM besonders wichtig. Hier haben wir viele Kontakte getroffen, die wir bislang nur vom Telefon kannten. 2014 waren wir zum dritten Mal als Aussteller präsent und haben unseren Stand vergrößert. Mit Erfolg: Wir konnten die Vielfalt unserer Produktpalette perfekt abbilden und sind sehr zufrieden.“

Marco Menichini, Sales Manager Sandro Bruschi, Italien:
„Mit 25 Prozent Umsatz ist der deutsche Markt für uns als italienisches Unternehmen interessant. Deswegen freuen wir uns, dass diese Weltleitmesse in Essen stattfindet und trotzdem außerordentlich international ist. Wir sind seit mehr als 20 Jahren als Aussteller auf der IPM vertreten. Als Bilanz für das Jahr 2014 können wir sagen: Wir hatten eine gute Frequenz am Stand und kommen wieder.“

Margrate Yang, Secretary General Taiwan Floriculture Exports Association:
„Unser Auftritt auf der IPM 2014 war ein Erfolg. Ein Vorteil der Messe ist der hohe Anteil internationaler Aussteller und Besucher, zu denen wir vielfältige Kontakte knüpfen konnten. Außerdem war unsere Position in Halle 1 hervorragend, im kommenden Jahr wollen wir unseren Stand dort vielleicht sogar vergrößern. Unsere zahlreichen Besucher interessierten sich vor allem für die Orchideengattung Phalaenopsis in mini size inklusive Zubehör.“

Jos van Lint, Direktor Proba, Niederlande:
„Die IPM ist ein echtes Branchenbarometer: Und so, wie sie 2014 gelaufen ist, stehen wir vor einem guten Geschäftsjahr. Der niederländische Gemeinschaftstand mit 65 Unternehmen war gut frequentiert und die Besucher investitionsfreudig. Besonders gefragt waren Paketlösungen aus einer Hand. Die ohnehin schon hohe Internationalität der IPM ist weiter gestiegen – vor allem in Richtung Asien sowie Mittel- und Südamerika. Für uns wichtige Märkte. Deshalb werden wir auch 2015 wieder nach Essen kommen.“ (ts/me)