Grüne Branche

IPM: Der Gartenbau ist in Form

IPM: Der Gartenbau ist in Form

Es kann schon als Ausdruck der Wertschätzung gelten, wenn in diesem Jahr nicht nur die neue Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner persönlich die IPM eröffnete, sondern auch die EU-Kommissarin Mariann Fischer Boel ans Rednerpult schritt. Die beiden Damen der grünen Branche erschienen, wie schon zur Grünen Woche, im Doppelpack. Als der Präsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG), Heinz Herker, das Kommen der Ministerin dann gleich zur Tradition erheben wollte, verwies sie auf die Bundestagswahlen im September: "Das liegt nicht in meiner Hand. Aber wenn es klappen sollte, komme ich wieder." "Die grüne Branche ist ein starker Wirtschaftsfaktor, trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten ist das Interesse an Produkten des Gartenbaus ungebrochen", mit diesen Worten hob Aigner die bedeutende Rolle des Gartenbaus hervor. Neun Milliarden Euro geben die Deutschen für Blumen und Pflanzen aus, für 400 Millionen werden Gartenbauprodukte exportiert, für 1,7 Milliarden importiert. In einem solch attraktiven Markt floriere Handel im wahrsten Sinne des Wortes. Dies sei auch der Grund, weshalb trotz konjunktureller Sorge die Branche zuversichtlich in die Zukunft blicken solle. Aigner erläuterte, dass bei vielen zukunftsweisenden Projekten das Ministerium die Branche unterstütze. So etwa betonte sie zum Thema "Bundesprogramm Energieeffizienz" gegenüber den Gärtnern, dass das versprochene Programm über viermal sieben Millionen Euro für den Gartenbau kommen werde. Dies hatte Heinz Herker bereits mehrfach eingefordert, nachdem noch unter Landwirtschaftsminister Horst Seehofer die Zusage getroffen wurde. Aigners Einschätzung zum gerade beschlossenen EU-Pflanzenschutzrecht: Ihr sei es wichtig, das hohe Schutzniveau für Mensch, Tiere und Natur zu garantieren und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe zu erhalten. Für sie sei der Rechtstext ein guter Kompromiss. Immerhin beträfen die Verschärfungen nicht wie ursprünglich zu befürchten 50 Prozent aller Pflanzenschutzmittel, sondern nur noch zehn Prozent - und das auch erst nach einer Frist von zehn Jahren. Es gebe also genug Zeit, um neue Mittel und Verfahren als Ersatz zu schaffen, ist sie überzeugt. Als Herausforderungen, denen der Gartenbau sich stellen müsse, bezeichnete Aigner den Schutz des Klimas, die Energieversorgung und die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung. EU-Kommissarin Mariann Fischer Boel fokussierte in ihrem Grußwort darauf, dass die grüne Branche gerade in diesen schwierigen Zeiten erfolgreich sei. "Keep up your good work - setzen Sie diesen Erfolg fort", appellierte sie an die anwesenden Gärtner und Gäste aus Politik und Wirtschaft. Für sie steht der Gartenbau zwei großen Herausforderungen gegenüber: einmal die Innovationskraft der grünen Branche weiter zu entwickeln und zum anderen sich mit den Fragen der Umwelt zu beschäftigen. Wenn es wirklich zu einer Vorgabe einer 20-prozentigen Absenkung des C02-Ausstoßes bis zum Jahre 2020 kommen sollte, müsse auch der Gartenbau seinen Anteil dazu beitragen.