Grüne Branche

Japanische Gärten: „Das wird alles hinterfragt“

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Vom Installateur zum Experten für japanische Gärten – so lässt sich die Laufbahn von Gartendesigner Marco Seidl umreißen. Für die letzte BUGA-Hallenschau holte er mit roten Brücken, Buddha-Statuen und vielen weiteren authentischen Details ein Stück Japan nach Heilbronn und bekam für das stimmige Gesamtkonzept eine Große Goldmedaille. Die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft sprach mit Seidl über den besonderen Reiz japanischer Gärten.

Gartendesigner Marco Seidl mit seiner Großen Goldmedaille, die er für die Gesamtgestaltung der neunten BUGA-Hallenschau gewonnen hat. Foto: DBG

Das war nicht Ihre erste Blumenschau, oder?

Ich habe meinen Betrieb 2005 gegründet und 2006 schon bei der ersten Gartenschau mitgemacht. Seitdem konzipieren wir bei Bundes- und internationalen Gartenschauen die Bonsai-Ausstellungen. Bei Landesgartenschauen gestalten wir Themengärten – das ist bei den größeren nicht möglich, weil man da wöchentlich zur Pflege anreisen muss.

Wie sind Sie überhaupt zu dem Thema gekommen?

Eigentlich bin ich gelernter Installateur. Dann habe ich mal einen Koi-Teich angelegt, bin nach Japan gereist, habe alle möglichen Seminare besucht und bin so schließlich zu meinen Japanträumen (gemeint ist sein Unternehmen Japanträume Seidl, Anm. d. Red.) gekommen. Der Schwerpunkt liegt auf japanischen Gärten.

Seitdem hat sich das unheimlich weiterentwickelt. Am Anfang hatte ich auch eine nachgemachte japanische Steinlaterne aus China oder irgendwelche Papierrollen mit Schriftzeichen, die sich dann manchmal noch als chinesisch herausstellten. Aber das wird alles hinterfragt, vor allem, wenn Japaner die Ausstellungen besuchen. Da erfahre ich auch immer wieder neue Details, die ich dann in Zukunft berücksichtigen kann. Somit werden die Gärten immer authentischer. Das muss auch sein, wenn man etwa für die Firmenzentrale einer japanischen Firma einen Garten gestaltet, der mit großem Fest und einem extra eingeflogenen Priester eingeweiht wird. Seit drei Jahren importieren wir deswegen auch unsere Bäume selbst.

Was macht einen japanischen Garten aus?

Optisch sind es vor allem Steine, Moos und Felsen. Wichtig ist, dass die Pflanzen richtig arrangiert sind, quasi die Schönheit der Lehre. Ergänzt wird das aber auch mit Blühpflanzen wie Azaleen oder großen Rhododendren, wobei die Japaner wirklich nur vereinzelt Blüten einsetzen.

Die einzelnen Gartenteile hier auf der Bundesgartenschau (BUGA) in Heilbronn hängen zusammen, die Kiesel verbinden sie. Wichtig war auch das Wasserbecken, denn Kies bedeutet immer Wasser.

Für die Bonsai ist es wichtig, dass sie genau in der richtigen Höhe stehen, um wirken zu können. Das ist bei so einer Hallenschau wie hier allerdings nur bedingt möglich. Trotzdem brauchen sie Platz, auch die Entfernung ist wichtig und das ist hier gut gelungen.

Was heißt eigentlich Bonsai?

Einfach „Baum in Schale“. Die größeren für draußen heißen Niwaki, was Gartenbaum bedeutet.