JKI: neue Rebsorte in Sortenliste aufgenommen

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30 Jahre Forschung und Züchtung zahlten sich fürs JKI mit der Rebsorte Calardis Blanc nun aus. Symbolfoto: Gaby Stein / Pixabay

Wie das Julius-Kühn-Institut (JKI) bekannt gab wurde die neue Rebsorte Calardis Blanc nach drei Dekaden in der Züchtung nun offiziell in die Sortenliste aufgenommen. Die Sorte zeichnet sich vor allem durch ihre Pilzwiderstandsfähigkeit aus.

Calardis Blanc in deutsche Sortenliste eingetragen

Mit dem Eintrag in die deutsche Sortenliste habe die neue pilzwiderstandsfähige Rebsorte Calardis Blanc laut JKI nun eine entscheidende Hürde genommen, um in Zukunft als Qualitätswein in den Handel zu gelangen. Die neue Sorte stammt aus dem Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof des JKI und wurde dort über 30 Jahre hinweg immer weiter optimiert. Im Januar 2018 wurde Calardis Blanc vom Bundessortenamt bereits der Sortenschutz erteilt. In der zweiten Prüfungsstufe, die jetzt im Eintrag in die Sortenliste mündete, wurde eine detaillierte Charakterisierung der weinbaulichen Eigenschaften und der Qualitätseigenschaften vorgenommen, so das JKI in einer Mitteilung. Der Name Calardis sei dabei abgeleitet von Calardiswilre oder Gailhardiswilre, der historischen Bezeichnung für den Geilweilerhof.

Resistent gegenüber Pilzkrankheiten

Die weiße Rebsorte habe im Versuchsanbau in Weinbaubetrieben gute Ergebnisse gezeigt und anschließend in kellerwirtschaftlichen Studien fruchtige, lebendige Weißweine geliefert. Weinbaulich zeigte sie sich unkompliziert mit aufrechtem Wuchs und guten Resistenzeigenschaften, so das JKI. „Im Zuge des Klimawandels und seiner Wetterextreme treten Pilzkrankheiten und Stresssituationen zunehmend stärker auf, deshalb ist die Züchtung neuer widerstandsfähiger Sorten so wichtig für den Weinbau“, sagt Prof. Dr. Reinhard Töpfer, Leiter des Instituts für Rebenzüchtung am JKI. Calardis Blanc sei vor diesem Hintergrund sehr gut aufgestellt, denn die Sorte gehe auf eine Kreuzung zweier Eltern-Zuchtlinien zurück, die selbst verschiedene Resistenzen gegenüber dem Falschen Mehltau aufwiesen, erklärt Töpfer. „Der Vorteil der neuen Generation von PIWI-Rebsorten mit mehreren Resistenzen besteht darin, dass die Resistenz vom Pilz nicht so schnell gebrochen werden kann und deutlich weniger Pflanzenschutz erforderlich ist,“ so Töpfer weiter. Zusätzlich weise Calardis Blanc eine hohe Resistenz gegenüber der Schwarzfäule, sowie gegenüber dem Echten Mehltau auf. Die Trauben- und Beerengröße sei mit der des Rieslings vergleichbar. Zusammen mit einer festen Beerenhaut ist dies ein Grund für die gute Widerstandsfähigkeit gegenüber Botrytis.

Calardis Blanc zudem trockenheitsresistent

Ebenfalls bedingt durch den Klimawandel traten in den vergangenen Jahren vermehrt heiße Trockenperioden auf, die auch in Zukunft immer wieder und häufiger auftreten werden (TASPO Online berichtete). Calardis Blanc überstand auch diese gut und zeigte sich robust gegenüber dem „Sonnenbrand“. Die Reifezeit der neuen Rebsorte liegt im Zeitfenster etwa eine Woche vor dem Riesling. Sie wird daher als mittelspäte Sorte eingestuft, was den Winzern entgegenkommt, die in Zeiten des Klimawandels immer früher mit der Lese beginnen.