Grüne Branche

Johanniskraut: Heilpflanze des Jahres 2019

, erstellt von

Das Johanniskraut findet in der medizinischen Literatur bereits in der Zeit um Jesu Geburt erste Erwähnung. Die auch heute noch wichtige und vielseitig verwendbare Staude wird 2019 Heilpflanze des Jahres.

Echtes Johanniskraut. Foto: Pixabay

Enthaltenes Rotöl wirkt entzündungshemmend

Bei den Griechen hieß das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum) Androsaimon, was übersetzt so viel heißt wie Mannesblut. Der Name der heimischen Staude rührt von dem in den goldgelben Blüten enthaltenen, rot färbenden ätherischen Öl, das schon damals vor allem zur äußeren Behandlung von Brandwunden, aber auch zur Einreibung von Ischias- und sonstigen Muskelbeschwerden verwendet wurde.

Auch heute noch wird das sogenannte Rotöl bei solcherlei Indikationen angewandt. Es wirkt nachgewiesenermaßen antimikrobiell und entzündungshemmend. Abgesehen davon ist das Rotöl ein wertvolles Hautpflegemittel, das als Zusatz in Cremes und Lotionen trockene, zu Reizungen neigende Haut beruhigt.

Johanniskraut als beruhigender Tee

Eine andere Möglichkeit ist die Verwendung als Tee, für den Blüten und Knospen des Johanniskrauts mit einem Teil der Blütenstängel geerntet werden. Der Tee wirkt leicht beruhigend, ähnlich wie Baldrian, und hilft vor allem nach einem stressigen Tag, um „runterzukommen“.

Am bekanntesten ist das Johanniskraut allerdings für seine stimmungsaufhellende Wirkung. Bei leichteren Stimmungstiefs, Stimmungsschwankungen in den Wechseljahren und Schlafstörungen gilt das Heilkraut als Naturheilmittel erster Wahl.

Keine Selbstmedikation bei schwereren Depressionen

Selbst bei mittelschweren Depressionen sind Phytopräparate aus Johanniskraut seit zwanzig Jahren zugelassen. Allerdings raten Ärzte hier dringend von einer Selbstmedikation ab, vor allem weil die Präparate erhebliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben beziehungsweise deren Wirkung stark herabsetzen. Für diese Indikation zugelassene Johanniskraut-Präparate sind inzwischen auch nur noch auf Rezept erhältlich.

Das Echte Johanniskraut gehört zur Familie der Hartheugewächse (Hypericaceae) und ist auch als Tüpfel-Hartheu bekannt. Innerhalb der Gattung Hypericum gibt es noch andere Arten, teils Stauden, teils auch Gehölze, von denen etliche in der Gartenkultur als Zierpflanzen verwendet werden.

Anbau als Heilkraut in Deutschland

Seinen Namen hat das Johanniskraut übrigens seiner Blütezeit zu verdanken. Seine Hauptblütezeit fällt auf die Zeit um Johanni, den 24. Juni. Es wächst wild an warmen Plätzen auf trockenen Wiesen und Brachen, gerne auf kalkhaltigen, lehmigen Böden. Die Pflanzen werden auch in Deutschland als Heilkräuter angebaut. Während der Blütezeit können kontinuierlich die Blütenstängel geschnitten und weiterverarbeitet werden.

Anbieter von Hypericum-Saatgut sind Pharmasaat und Templiner Kräutergarten.