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Joris-Gewächshäuser haben neuen Eigentümer

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Die Gewächshäuser der insolventen Joris-Gruppe wechseln den Besitzer: Die Wimex Agrarprodukte und Export GmbH aus Baasdorf bei Köthen hat den über sechs Hektar großen Unter-Glas-Komplex in Osterweddingen gekauft und will dort bereits in diesem Jahr Gemüse anbauen.

Unter anderem Gurken will der neue Eigentümer Wimex in Osterweddingen künftig produzieren. Symbolfoto: Pixabay

Wimex will Millionen in Gewächshaus-Anlage investieren

Unter anderem Tomaten, Gurken und Paprika will der neue Eigentümer in Osterweddingen produzieren, wie die Insolvenzverwalter der Joris-Gruppe mitteilen. Vertrieben werden soll das regional erzeugte Gemüse demnach unter der Wimex-eigenen Marke Bördegarten, die bislang eher auf den Anbau von Freiland-Gemüse wie Möhren, Blumenkohl oder Radieschen spezialisiert war.

Im Vorfeld will die Unternehmensgruppe in Osterweddingen noch mehrere Gebäude fertigstellen, die die insolvente Joris-Gruppe nicht mehr fertig bauen konnte – darunter ein Sozial- und Verwaltungsgebäude sowie eine Lagerhalle, wie verschiedene Medien berichten. Rund fünf Millionen Euro will Wimex demnach dafür investieren.

Stillschweigen über Kaufpreis vereinbart

„Wir freuen uns sehr über den positiven Ausgang der Investorensuche. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass das Projekt fertiggestellt und die Gemüseproduktion wieder aufgenommen werden kann“, erklären die Insolvenzverwalter. Erfreulich sei zudem, dass mit dem neuen Betreiber in Osterweddingen bis zu 40 neue Arbeitsplätze entstehen sollen.

Nicht bekannt ist hingegen, wie viel der Käufer der Osterweddinger Anlage für die Joris-Gewächshäuser bezahlt hat. „Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart“, wie die Insolvenzverwalter – Heitje Thürnagel, Rüdiger Bauch, Stefan Ludwig und Tobias Hirte von der Großkanzlei Schultze & Braun – mitteilen.

Warmer Sommer besiegelt Aus für Joris-Gruppe

Die Joris-Gruppe hatte das Gewächshaus in Osterweddingen lediglich ein Jahr betrieben und musste im vergangenen August Insolvenz anmelden. Unter anderem, weil durch den langen und ausgesprochen warmen Sommer der Gemüse-Markt gesättigt und etwa der Preis für Tomaten derart gesunken war, dass „eine Fortführung des Geschäftsbetriebs durch die Joris-Gruppe nicht mehr möglich war“, hatten sich die Insolvenzverwalter letztlich dazu entschieden, „den Geschäftsbetrieb einzustellen und … einen Käufer für das Gewächshaus zu suchen“.

Vorheriger Eigentümer des gewaltigen Unter-Glas-Komplexes im Bördekreis war der niederländische Gemüse-Anbauer Jorg van der Wilt, der gemeinsam mit zwei weiteren Investoren rund 13 Millionen Euro in die Joris-Gewächshäuser gesteckt haben soll.