Jungpflanzen und Samen: den russischen Markt im Blick

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Julia Wolfschmidt veröffentlicht in russischen Zeitschriften und im Internet Texte über neue Sorten oder Kulturverfahren. Foto: privat

Fast wäre ihr Berufsweg als Ingenieurin anders verlaufen. Doch Liebe und Perestroika ließen für Julia Wolfschmidt ihre Mission von der „Begrünung russischer Städte und Gärten“ Wirklichkeit werden. Seit 1994 führt die gebürtige St. Petersburgerin mit ihrem Ehemann die Wolfschmidt Samen & Jungpflanzen GbR, die sich auf den Export von Jungpflanzen und Samen in den russischsprachigen Raum spezialisiert hat.

Anbau von Probepflanzen in elterlichen Gewächshäusern

Julias Ehemann Friedrich Wolfschmidt ist Gärtnermeister und stammt aus einem Familienbetrieb, der in Nürnberg seit mehr als 100 Jahren besteht. Die Gewächshäuser der elterlichen Gärtnerei dienen zum Anbau von Probepflanzen. „Wir kultivieren meist 50 Pflanzen einer Sorte. Außerdem testen wir Verwendungsmöglichkeiten. Dieses Wissen geben wir an unsere Kunden weiter. So veranstalten wir Seminare und zeigen, was es Neues gibt und worauf in der Kultur zu achten ist“, erklärt Julia Wolfschmidt.

Begonnen haben sie mit dem Export von Samen. „Doch wir haben schnell gemerkt, dass auch das Interesse an vegetativ vermehrten Jungpflanzen sehr groß ist. Unseren Kundenkreis haben wir uns in der ehemaligen UdSSR aufgebaut, er reicht von St. Petersburg bis nach Sotchi, von Kiew bis nach Tomsk und Almaty und natürlich nach Moskau. Wir beliefern mit unseren Partnern Produktionsbetriebe, Endverkaufsgärtnereien und Kommunen. Unser erster Partner war Benary, dazu kamen Kientzler, aber auch Elsner pac, Rieger, Morel und Brandkamp“, zählt die studierte Diplom-Ingenieurin für Industrietechnologie und Design auf und weist dabei auf ihren umfangreichen Katalog in russischer Sprache hin. „Zu Beginn haben wir die Jungpflanzen noch selbst bewurzelt. Heute erledigen dies unsere Partner.“

Ehepaar Wolfschmidt baut Unternehmen Schritt für Schritt auf

Während Julia Wolfschmidt über die ersten Versuche, Samen und Pflanzen nach Russland zu exportieren, „Bücher füllen könnte“, weil es so viele Hürden zu überwinden galt, können die Wolfschmidts heute auf langjährige vertrauensvolle Partnerschaften blicken. Während viele „Cowboys“ im Land umherzogen und das schnelle Geschäft suchten, haben die Wolfschmidts ihr Unternehmen Schritt für Schritt aufgebaut. „Neben den unerlässlichen persönlichen Kontakten kennen wir das Land und die Bedürfnisse der Menschen. Es ist wichtig, nicht nur die Sprache zu sprechen, sondern auch Verständnis für die Menschen zu besitzen“, sagt sie. „Oft arbeiten wir schon mit der zweiten Generation zusammen.“

Russische Gärtner interessiert an Blick über den Tellerrand

Der Alltag von Julia Wolfschmidt ist neben regelmäßigen Reisen von Büroarbeit geprägt. In russischen Zeitschriften, aber auch im Internet veröffentlicht sie Texte über neue Sorten oder Kulturverfahren. Interessiert zeigen sich die russischen Gärtner aber auch an einem Blick über den Tellerrand, wenn die Wolfschmidts zum Beispiel eine Besichtigungstour zu deutschen Betrieben organisieren.

Weitere Unternehmensporträts, Fachbeiträge und Nachrichten aus dem Zierpflanzenbau finden Sie regelmäßig in der Fachzeitschrift Gärtnerbörse.

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