Grüne Branche

Kamelien aus der Bretagne

IPM: Französische Baumschulen
Kamelien sind das Markenzeichen der Baumschule Stervinou (F-Guipronvel), die in diesem Jahr zum ersten Mal auf der IPM ausstellte. Für den Familienbetrieb in der Bretagne läuft es ganz gut, auch dank des besonderen Sortiments.

Das Kamelien-Sortiment umfasse rund 200 Sorten, Camellia japonica und Hybriden, erzählte Yves-Marie Stervinou, der die Baumschule seit 2010 in dritter Generation führt. 1944 von seinem Großvater Pierre in Brest gegründet, produzierte die Baumschule zunächst vor allem für den regionalen Markt. Gegen Ende der 50er-Jahre begann die Spezialisierung auf Moorbeetpflanzen, die im atlantisch geprägten Finistère auf sauren Böden ideale Bedingungen finden. Das Absatzgebiet wurde nach und nach auf ganz Frankreich ausgedehnt.


Kein 0815-Sortiment
Die Kamelien-Mutterpflanzen stammen aus der ganzen Welt; jedes Jahr werden über 60.000 Stecklinge produziert. „Wir kultivieren nur Kamelien, die aus einem Steckling entstanden sind, denn so erzielen wir qualitativ gute, attraktive Pflanzen mit einem Hauptstamm“, sagte Stervinou. Spezielle Sorten findet man zum Beispiel in der „Collection 1900“ mit derzeit 20 Sorten aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, als Kamelien in Europa sehr populär waren. Diese Sorten hätten aufgrund ihrer Qualität, Robustheit und schöner Blüte die Zeiten überdauert.

Als robuste, kältetolerante Sorten, die auch für Deutschland geeignet wären, würde er zum Beispiel C. japonica 'Kimberley' und 'Lady Vansittart' sowie die Hybriden 'Freedom Bell' und 'Spring Festival' empfehlen.

Ferner bietet Stervinou eine Auswahl besonderer Ziergehölze, Stauden und Gräser, auch für kleine Gärten. Zu den Kunden gehören Baumschulen, Endverkaufsgärtnereien und GaLaBauer, aber auch viele Privatkunden. Bisher werde nur relativ wenig exportiert, nach Großbritannein und Deutschland, so Yves-Marie Stervinou in Essen. „Wir würden gerne noch mehr Kunden finden.“ Von der IPM zeigte sich Stervinou sehr angetan: „Die Qualität der Messekontakte war sehr gut.“

Als Problem für französische Produzenten nannte auch er die Überproduktion in einigen Segmenten, doch bei besonderen Pflanzen seien die Geschäfte recht gut gelaufen. „Im letzten Herbst waren unsere Kunden zufrieden, und der Trend geht weiter aufwärts. 2015 war für uns eine ganz normale Saison, auch wenn der Winter in der Bretagne zu mild war.“ al


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