Grüne Branche

Kameraüberwachung: seit sechs Monaten keine Diebstähle mehr

Seit einem halben Jahr setzt die baden-württembergischen Gemeinde Ittlingen Videoüberwachung auf dem Friedhof ein. Seitdem sei kein Diebstahl mehr vorgekommen, sagte Bürgermeister Achim Heck der Nachrichtenagentur dapd in der Zeitung Die Welt vom 2. Oktober. Die Gemeinde hatte im April dieses Jahres mit der Videoüberwachung auf dem Friedhof begonnen.

Datenschützer hätten die Praxis zunächst kritisiert. Der Kameraeinsatz gelte zunächst als Versuch, der nach einem Jahr offiziell bewertet werden soll. Während Beerdigungen oder an Feiertagen zum Totengedenken würden keine Aufzeichnungen gemacht, so der Bürgermeister. Zudem würden die Aufnahmen nach einem bestimmten Zeitpunkt gelöscht. Etwa ein Dutzend Kommunen habe sich in Ittlingen über die Praxis informiert, unter anderem die Stadt München, heißt es.

Dem baden-württembergischen Datenschutzbeauftragten Jörg Klingbeil zufolge gebe es auch Konzepte, bei denen die Trauernden weitgehend unbehelligt blieben. Etwa durch Infrarot-Kameras, die nur in der Dunkelheit filmten und normale Friedhofsbesucher auf diese Weise gar nicht erst erfassen würden.

Dass andere Kommunen ähnliche Schritte wie Ittlingen veranlassen, hält Klingbeil dem Bericht zufolge für unwahrscheinlich. Gerade große und unübersichtliche Friedhöfe könnten durch Kameras gar nicht in ihrer Vollständigkeit überwacht werden.