Grüne Branche

Kampagne gegen illegale Pflanzenvermehrung

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Wie die Zierpflanzen-Organisation Fleuroselect mitteilte, war die Kampagne gegen die illegale Vermehrung gesetzlich geschützter Sorten 2019 erfolgreich.

Die Zierpflanzen-Organisation Fleuroselect gab in einer Mitteilung bekannt, dass ihre Kampagne gegen illegale Pflanzenvermehrung erfolgreich verlaufen sei. Foto: Fleuroselect

Neun Züchter und sechs Hauptländer

Insgesamt neun Top-Züchter von Topf-, Beet- und Balkonpflanzen, die gemeinsam bei Fleuroselect organisiert sind, haben die Kampagne 2019 unterstützt. Die Produktionsflächen der Produzenten umfassten dabei sechs Hauptländer (Niederlande, Belgien, Deutschland, Italien, Kroatien und Slowenien). Ausgewählte Produzenten wurden stichprobenartig besucht und überprüft. Es sollte dadurch festgestellt werden, ob die fertige Pflanzenproduktion mit der Lieferung an Stecklingen übereinstimmte. Unterstützung bekam Fleuroselect von der Royalty Administration International, einem weltweit tätigen Spezialisten für Pflanzenzüchterrechte, Lizenzverträge und Lizenzgebühren.

Stärkeres Bewusstsein schaffen

Es wurde trotz regionaler Unterschiede festgestellt, dass bei 34 % der besuchten Betriebe eine Form der illegalen Pflanzenvermehrung stattgefunden habe. Gartenbaubetriebe, bei denen illegal gewonnenes Vermehrungsmaterial gefunden wurde, mussten nicht nur die nicht gezahlten Lizenzgebühren entrichten, sondern wurden außerdem mit einer Geldstrafe belegt. Dennoch wird in der Meldung hervorgehoben, dass es bei der Kampagne keinesfalls darum gehe, einzelne Unternehmen an den Pranger zu stellen, es soll vielmehr ein stärkeres Bewusstsein für die Thematik geschaffen werden.

„Es liegt im Interesse aller in der Produktions- und Absatzkette, dass nur Pflanzen in den Handel gelangen, für die Lizenzgebühren entrichtet wurden. Der Endverbraucher hat ein Recht darauf, ausschließlich Pflanzen zu erwerben, die legal erzeugt wurden. Produzenten, die das geistige Eigentum respektieren, begrüßen die Kampagne ebenfalls, da sie faire Wettbewerbsbedingungen schafft“, erklärt Karol Pawlak, Präsident von Fleuroselect.

Investition in die Züchtung

Fleuroselect-Züchter investieren bis zu 25 % ihres Gewinns in die Züchtung, um Innovationen auf den Markt zu bringen. Für diese neuen Sorten können höhere Verkaufspreise erzielt werden oder sie wurden im Hinblick auf niedrigere Produktionskosten gezüchtet. Mit ihnen lassen sich daher höhere Margen für die Produzenten erzielen. Die erhobene Lizenzgebühr ist ein fairer Weg, um diese Investitionskosten zu teilen.

Meldestelle für Verdachtsfälle eingerichtet

Laut Mitteilung habe Fleuroselect außerdem eine Meldestelle eingerichtet, die für Hinweise bei einem Verdacht auf illegale Pflanzenvermehrung kontaktiert werden könne. Die Meldestelle habe bereits für Aufsehen innerhalb der Branche gesorgt. Eine Zunahme der Aktivität bei der Meldestelle werde erwartet. Außerdem verpflichtet sich die Meldestelle zu absoluter Diskretion. Alle Meldungen werden streng vertraulich behandelt und vom Fleuroselect-Sekretariat gesammelt. Der Name des Hinweisgebers bleibe jederzeit anonym. Die Meldungen werden geprüft und an die Royalty Administration International weitergeleitet. 

Kampagne 2020

Fleuroselect beabsichtigt, die Kampagne gegen illegale Pflanzenvermehrung auch im Jahr 2020 erneut zu wiederholen. Neben der Verbesserung des Bewusstseins bei den Produzenten sollen die Kommunikationsmaßnahmen ausgeweitet werden, um die Aufmerksamkeit der internationalen Groß- und Einzelhändler zu schärfen.