Kapellenverpackung wie bei Christo?

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Eine Plastikverpackung half bei der Bekämpfung von Holzschädlingen in der Kapelle des Friedhofs Wittorf. Foto: Thom

Mitte Mai war für einige Tage die St. Nikolaus-Kapelle auf dem Friedhof in Wittorf/Landkreis Rotenburg-Wümme komplett mit einer weißen Plane verpackt. Das Bild erinnerte stark an die Arbeiten der Verpackungskünstler Christo und Jeanne-Claude (Stichwort: Verhüllter Reichstag in Berlin). Aber weit gefehlt. Die Verpackung der Kapelle gehörte zur Schädlingsbekämpfung in der über 400 Jahre alten Kapelle. Sie litt unter dem Befall von Holzbohrkäfern, die ihre Eier in das Holz legen und deren Larven es dann mit ihren Gängen aushöhlen.

Die Bekämpfung erfolgte mit einem insektenschädigenden Gas, das in die nun luftdicht verpackte Kapelle geblasen wurde und einige Tage einwirken konnte. Die Wirksamkeit der Begasung wurde durch standardisierte Prüfverfahren überwacht. Auch dass aus den Löchern kein Fraßmehl mehr rieselt, ist Indiz dafür, dass der Holzbohrer effektiv bekämpft wurde. Inzwischen erfreut die Fachwerk-Kapelle – eine der wenigen, die aus der Zeit vor dem 30-jährigen Krieg noch erhalten ist – mit ihrer schmucken Fassade wieder die Wittorfer und ihre Besucher.– jen –

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