Grüne Branche

Kaufmann im E-Commerce: Ausbildung kommt wie gerufen

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Für den starken Wachstumsbereich E-Commerce gibt es ab 1. August einen neuen, dualen Ausbildungsberuf: „Kaufmann/-frau im E-Commerce“. Auch für den Gartenbau und insbesondere für Handelsbetriebe der Grünen Branche tut sich damit eine neue, attraktive Ausbildungsmöglichkeit auf.

Ab 1. August können Interessierte den dualen Ausbildungsberuf „Kaufmann/-frau im E-Commerce“ erlernen. Foto: Pixabay

Baumschule bildet ab August E-Commerce-Kaufmann aus

Wie gerufen – und unerwartet schnell kam für die Baumschule Helmers (Westerstede) der neue Ausbildungsberuf „Kaufmann im E-Commerce“. „Als wir im Januar erstmals auf einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Näheres dazu erfuhren, wussten wir sofort: Das ist etwas, das uns Betrieben mit eigenem Online-Shop unbedingt gefehlt hat“, sagt Karl Oltmanns, Prokurist von Helmers.

Die Baumschule machte gleich Nägel mit Köpfen: Ab August bietet sie die erste Ausbildungsstelle zum „Kaufmann im E-Commerce“ an. Die Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre, der Beruf soll eine neue, auf digitale Geschäftsmodelle ausgerichtete kaufmännische Qualifikation vermitteln.

Anerkennung durch IHK

Die Baumschule Helmers ist ein typischer Betrieb für den sich eine solche Art der Ausbildung eignet: Das Unternehmen betreibt unter anderem seit 2014 einen eigenen B2B-Online-Shop für Großhandelskunden. Die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer (IHK) hat die Baumschule Helmers aufgrund ihrer umfangreichen Aktivitäten und Erfahrungen in diesen Bereichen jetzt als Ausbildungsbetrieb für die Ausbildungsrichtung „Kaufmann im E-Commerce“ anerkannt.

Für die Anerkennung muss ein Betrieb bestimmte Kriterien erfüllen, erläutert Oltmanns und beruft sich auf die Aussagen der IHK: Demnach muss er aktiv einen Online-Shop, eventuell dazu auch Dropshipping, betreiben. Zudem sollte ein gelernter Kaufmann mit Ausbildereignung im Betrieb sein. Ist dies nicht der Fall, könnte die IHK auch auf Widerruf in Einzelfällen andere geeignete Personen im Betrieb als Ausbilder anerkennen.

„Bei uns war das kein Problem, da wir sowieso bereits seit Längerem auch im kaufmännischen Bereich ausbilden“, sagt der Helmers-Prokurist, der künftig als gelernter Baumschulgärtner und Kaufmann im Groß- und Einzelhandel der Ausbilder des „E-Commerce“-Azubis sein wird.

Inhalte der Ausbildung

Inhalte der Ausbildung werden vor allem Bereiche wie Software, Produktpflege und Kalkulation sein, dafür typische „stationäre“ kaufmännische Bereiche wie Kasse und Mahnwesen demgegenüber vielleicht etwas zurücktreten. Der „Kaufmann im E-Commerce“ soll so das Bindeglied zwischen dem kaufmännischen Unternehmensbereich und dem Kunden werden.

Interessant ist auch, dass es schon Überlegungen gibt, der Ausbildung ein Weiterkommen zum „Fachwirt im E-Commerce“ nachfolgen zu lassen. „Das ist aber alles noch in der Findungsphase“, so Oltmanns.

Nach seiner Einschätzung ist der neue Ausbildungsberuf „Kaufmann im E-Commerce“ für eine ganze Reihe von Betrieben im Gartenbau geeignet – für große Baumschulen und Spezialbetriebe, die Online-Shops betreiben, genauso wie für Gartencenter. „Oftmals ist der Geschäftsführer doch ein Handelsfachwirt oder ähnliches“, sagt er. „Und gerade im Gartenbau sind sehr viele Unternehmen schon online unterwegs, von denen man es gar nicht ahnt.“

Moderne Ausbildung in der Grünen Branche

Auch eBay-Shops oder Amazon-Aktivitäten erkenne die IHK an, sofern sie schon einen nennenswerten Umfang ausmachten. Der „E-Commerce-Kaufmann“ bietet also eine zusätzliche Chance für eine neue attraktive, moderne Ausbildung in der Grünen Branche.

Der komplette Beitrag über den neuen Ausbildungsberuf „Kaufmann im E-Commerce“ ist in der TASPO 18/2018 erschienen.