Grüne Branche

Kausa Jugendforum: Casting für Gartenbaubetriebe

Im „Nationalen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland“ haben sich Bundesregierung, Länder und Wirtschaft das Ziel gesetzt, die Ausbildungsbeteiligung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund deutlich zu erhöhen. Eine neue Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hat zu diesem Zweck das „Kausa Jugendforum 2012“ ins Leben gerufen. 

Hintergrund ist nach den Worten von Dr. Helge Braun, Parlamentarischer Staatssekretär beim BMBF, die derzeit sehr gute Situation am Ausbildungsmarkt, die allen Jugendlichen zum Vorteil gereichen könne. Gerade Schulabgänger mit Migrationshintergrund sind Braun zufolge derzeit noch zu wenig in das duale Ausbildungssystem eingebunden.

Dies gehe aus dem Berufsbildungsbericht hervor, der für diese Gruppe eine aktuelle Beteiligung von 33,5 Prozent ausweise. Der Prozentsatz entspreche in etwa der Hälfte der Auszubildenden ohne Migrationshintergrund (65,4 Prozent Beteiligung). Allerdings zeigen die Erfahrungen laut Braun, dass es Bewerber mit ausländischen Wurzeln bislang generell schwerer hatten, einen Ausbildungsplatz zu bekommen, auch dann, wenn sich Notendurchschnitt und sozialer Status durchaus mit denen von deutschen Schulabgängern vergleichen ließen.

Gegenläufig dazu mache sich der demografische Wandel in der Gesellschaft am Arbeitsmarkt deutlich bemerkbar. Immer mehr Unternehmen hätten Probleme damit, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Hier eine neue Entwicklung in Gang zu setzen und die derzeit so guten Chancen auf dem Ausbildungsmarkt auch für die Gruppe der Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu nutzen, sei daher Anliegen des „Kausa Jugendforums“.

Unter dem Motto „Zeig die Stärken, die du hast“ wendet sich das Projekt an Schulabgänger und Jugendliche. Gleichzeitig wirbt es in der Wirtschaft dafür, jungen Leuten mit Migrationshintergrund verstärkt Ausbildungsplätze anzubieten. Dass dies künftig nicht nur Wunsch, sondern auch Notwendigkeit sein wird, verdeutlichen aktuelle Zahlen.

So belief sich schon im Jahr 2010 der Bevölkerungsanteil an Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland auf 19,3 Prozent (15,7 Millionen). Ein Drittel aller Kinder stammt aus Familien mit ausländischen Wurzeln, und besonders in Großstädten stellen Jugendliche mit Migrationshintergrund einen Großteil (46 Prozent) des zukünftigen Arbeitskräftepotenzials.

Das „Kausa Jugendforum“ startet aus diesem Grund mit der Zielstellung, Jugendliche für die Ausbildung zu aktivieren und zu mobilisieren. Es besteht aus vier regionalen Jugendkonferenzen in Berlin, Köln, Mannheim und Hamburg. Eine Besonderheit der Vorgehensweise besteht darin, dass die Inhalte dieser Konferenzen in vorgelagerten Motivationsworkshops von den Jugendlichen selbst vorbereitet werden. Bereits im Juni liefen die ersten Veranstaltungen in Berlin und Köln.

Jeweils 25 Ausbildungsanwärter, die sich mittels der speziell entwickelten „Kausa Card“ selbst für ihre Teilnahme bewerben, bringen ihre Ideen und Erfahrungen ein. Sie erarbeiten gemeinsam mit Ausbildern, Eltern, Lehrern, Berufseinstiegsbegleitern und ehrenamtlichen Mentoren ihre Vorstellungen zu Ausbildung und zu beruflicher Zukunft.

Die Ergebnisse bestimmen dann die Programme der regionalen Jugendkonferenzen im Herbst, zu denen jeweils rund 250 Teilnehmer erwartet werden. Höhepunkt des Kausa Jugendforums ist die Abschlusskonferenz, die im November in Berlin stattfinden wird.

„Nicht übereinander, sondern miteinander zu reden“, ist für Karl-Sebastian Schulte, Geschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Kernsatz des Anliegens. Er sah in Berlin eine besondere Bedeutung darin, dass diejenigen, über die ansonsten in der Gesellschaft diskutiert werde, nun selbst zu Wort kommen können. Stärken, Schwächen und Wünsche der Jugendlichen kennenzulernen, zeige jedoch nur eine Seite der Medaille. Vielmehr sei es notwendig, dass auch die Unternehmen Selbstreflektion üben und ihre Verhaltensweisen hinterfragen. Solch einen fairen Diskurs strebe das Jugendforum 2012 an, so Schulte.

Den richtigen Ansatz dafür bietet auch das angegliederte Unternehmens- Casting, bei dem sich Firmen als attraktive Arbeitgeber im Rahmen des Jugendforums präsentieren können. In den Regionalveranstaltungen und während der Abschlusskonferenz in Berlin kürt das teilnehmende Publikum die attraktivsten „Kausa-Unternehmen des Jahres“.

Das „Kausa Jugendforum 2012“ wird von der Koordinierungsstelle Ausbildung bei Selbstständigen mit Migrationshintergrund (Kausa) durchgeführt. Kausa ist Teil des Ausbildungsstrukturprogramms Jobstarter beim Bundesinstitut für Berufsbildung. Jobstarter wird gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Bis zum 17. August 2012 besteht für interessierte Firmen die Möglichkeit, sich auf der Kausa-Website für die Teilnahme am Unternehmens-Casting zu bewerben. Termine der Ausbildungskonferenzen: Mannheim 28. September; Köln 26. Oktober; Hamburg 2. November und Berlin 23. November 2012. (ks)