Grüne Branche

Keine Angst vor Massaria

Gute Wasserversorgung ist wichtig
Zehn Jahre Erfahrung mit der Massaria-Krankheit an Platanen – eine Bilanz dazu zog Prof. Dr. Rolf Kehr (HAWK Göttingen) auf den diesjährigen Osnabrücker Baumpflegetagen, die am 3. und 4. September stattfanden.

Die Platane ist auch weiterhin eine wichtige Baumart der Städte – aber auf die richtige Standortwahl kommt es an: Für trocken-heiße Standorte ist sie ungeeignet.

Zunächst stellte Prof. Kehr klar, dass der Astreiniger-Pilz Splanchnonema platani vor zehn Jahren nicht neu war, sondern lediglich der erste sichere Nachweis stattfand. Inzwischen sei klar, dass es die Massaria-Krankheit bereits mindestens seit den 1980er Jahren in Deutschland gibt. Durch die Veröffentlichung 2004 ist eine intensive Diskussion über Massaria entstanden, nicht zuletzt, weil das extreme Trockenjahr 2003 in zahlreichen Städten einen starken Krankheitsschub auslöste.

Inzwischen sei festzustellen, dass die Massaria-Krankheit an Platanen in ganz Mitteleuropa und seit 2007 verstärkt auch in Teilen Großbritanniens zu finden ist, so Kehr. „Die Intensität des Befalls ist jedoch regional und auch innerhalb einer Stadt je nach Standortsituation sehr unterschiedlich.“
Als mögliche Gründe für eine hohe Befallsrate nennt Kehr:

  • zunehmenden Infektionsdruck durch mehr befallene Äste,
  • mehr Bäume im anfälligen Alter,
  • bessere Baumkontrollen,
  • höhere rechtliche Anforderungen,
  • Trockenstress.

Kehr sieht außerdem einen Zusammenhang mit den Folgen des Klimawandels (Trockenstress), denn Platanen auf versiegelten, innerstädtischen Standorten und dichte Bestände seien meist stärker befallen als Platanen in Parkanlagen. Daraus leitet er auch seine Empfehlungen zur Verwendung von Platanen ab, denn seiner Meinung nach sollte die Platane auch weiterhin eine wichtige Baumart der Städte sein. Es sei aber besonders wichtig, auf die Standorte zu achten, da die Platane möglichst gut mit Wasser versorgt sein sollte. „An trocken-heißen Standorten würde ich sie nicht pflanzen“, so Kehr.

Martina Borowski, Braunschweig


Lesen Sie den ganzen Artikel in Ausgabe 10/ 2013 Deutsche Baumschule.