Grüne Branche

Kientzlers Sortimentstage 2007: Von Wüstenflammen und knuffigen Kapfuchsien

An halbschattigen bis schattigen Standorten sollen meterlange traubenförmige Blütenkaskaden entstehen, pflegeleicht, wetterfest, selbstreinigend. Die Rede ist von Belleconia-Begonien. Kientzler stellte sie als eine von vielen Neuheiten bei seinen Sortimentstagen im Juni in Gensingen vor. Mittlerweile finden sich drei Sorten dieser neuen Begonienvarietät im Beet- und Balkonpflanzenkatalog 2007: ‘Belleconia Apricot Blush’ (zartlachs), ‘Belleconia Rose’ (tiefrosa) und ‘Belleconia White’ in Weiß. Im Wuchsverhalten entsprechen die Belleconias weitgehend der Sorte ‘Elserta’, von der aber nur eine Variante mit dunkelorangefarbenen Blüten besteht. Die Belleconias stammen aus einem hauseigenen Züchtungsprogramm unter Einbeziehung der ‘Elserta’. Für die frühesten Sätze ab Mitte April muss man die Jungpflanzen etwa Ende Februar topfen. Die weiblichen Blüten sind einfach, die männlichen Blüten aber meist gefüllt. Während der Kultur empfehlen sich wöchentliche Flüssiggaben eines ausgeglichenen Mehrnährstoffdüngers in 0,2-prozentiger Konzentration. Bei einem guten Ernährungszustand gebe es mehr gefüllte Blüten. Generell werden die Belleconia weitgehend wie die ‘Elserta‘ kultiviert. Sie kommen in 11er- oder 12er-Töpfe oder mit jeweils drei Jungpflanzen in 20er- bis 25er-Ampeln. Substrat: Durchlässige lockere P-Erde. Gut eine Woche nach dem Topfen wird weich entspitzt. Kultur bei vollem Licht, unschattiert! Nach dem Topfen zunächst vorsichtig gießen, dann gleichmäßig feucht, aber nicht zu nass halten!

Eine der weiteren Neuheiten ist die Scaevola ‘White Wonder’: Kompakte Rispen, dicht mit weißen Fächerblüten besetzt. In Australien unterstützt Kientzler ein Programm, aus dem jetzt unter anderem die ebenfalls neue Scaevola-Sorte ‘Little Wonder’ hervorging. Ohne Hemmstoffeinsatz entstünde „knuffige Topfware“, hieß es. Die Sorte eigne sich auch für einen eher engen Stand.

Neben Neuheiten aus der eigenen „Züchtungsküche“ zeigte das Gensinger Unternehmen mehrere Neuheiten aus anderen Häusern. Die meisten betreffenden Neuheiten sind auch in der Proven Winner (PW)-Palette. Eine Wüstenflamme aus Australien zählt dazu: Chrysocephalum ‘Desert Flame’. Diese Pflanze mit orangegelben Blütenknöpfchen sei robust und widerstandsfähig, hieß es. Sie verströme einen „schweren Duft nach reifer Ananas” und sei deutlich besser als die altbekannte Sorte ‘Baby Gold’. Das Laub ist silbrig. Kultiviert wird in 11er-Töpfen bei Topftermin ab Ende Februar. 14 bis 16 Grad sollen ausreichen. Kein Hemmstoffbedarf!

Im britischen Züchtungshaus Whetman in Devon erblickten neue Gartennelken unter der Sammelbezeichnung Devon Cottage das Licht der Welt. Es sind interspezifische Kreuzungen mit Staudennelken. Zu sehen waren vier Farben: Dunkelrot, Hellrosa, Pink, Lachsrot. Besonders üppige und reich blühende Pflanzen würden erzielt, wenn man diese Nelken schon im Spätjahr eintopft und mit Frühjahrsblühern den Winter über kühl kultiviert. Ab April/Mai wären sie dann verkaufsfertig, bei Kulturbeginn im Frühjahr dagegen erst deutlich später.

Ebenfalls aus englischer Züchtung – nämlich von David Kerley – stammt die neue Kapfuchsien-Serie Phygelius Candydrop, die ist laut Firmenangabe: „Kompakt, knuffig, gut verzweigt, früh in Blüte!“ Der Gärtner erziele schöne Topfware im 12er-Topf für den Verkauf ab Mai und im Sommer. In mildem Weinbauklima seien die Candydrops sogar bedingt winterhart.

Neben den genannten und weiteren Sortenneuheiten wurden in Gensingen auch neue Beete gezeigt, auf denen jetzt Sommerblumen für den Friedhof präsentiert werden. Kientzler will künftig spezielle Sortimentsempfehlungen für Friedhofsgärtner herausgeben, auch unter Einbeziehung von Pflanzen aus den Kollektionen Frühlingsflirt und Herbstzauber.

Einige neue Farben gibt es wieder bei den Impatiens Neu-Guinea. Hier erwähnte Ludwig Kientzler, künftig werde verstärkt auf Temperaturtoleranz selektiert. Die optimale Kulturtemperatur bei den heutigen Neu-Guineas, zum Beispiel der Serie Paradise, liegt bei 18 Grad. Viele Gärtnereien kultivieren im Februar/März angesichts der gestiegenen Heizenergiepreise aber bei 16 Grad und weniger. „Wir müssen jene Sorten herausfiltern, die sich bei 14 bis 16 Grad gut kultivieren lassen,“ so Kientzler. Eine Serie hierzu sei in Vorbereitung.