Grüne Branche

Klasmann-Deilmann: Eigene Wärmeversorgung in Betrieb genommen

Die Klasmann-Deilmann GmbH hat am Standort Sedelsberg die erste eigene Holzhackschnitzelheizung in Betrieb genommen. Wie das Unternehmen mitteilt, stammt der Brennstoff aus eigener Holzproduktion. Umgesetzt wurde das Pilotprojekt laut Information im Zuge der sukzessiven Umstellung auf eine nachhaltige Energieversorgung. 

Nahmen die Holzhackschnitzelheizung offiziell in Betrieb (v. l.): Christian Voss (Geschäftsführer Voss), Werksleiter Bert von Seggern, Geschäftsführer Moritz Böcking, Bürgermeister Hubert Frye, Leiter Nachwachsende Rohstoffe Michael Diekamp, Elektromeister Gerhard Pahlke. Werkfoto

In Zukunft sollen sich alle Betriebsstätten auf Basis nachhaltiger Energiequellen selbst mit Strom und Wärme versorgen können, heißt es. Der erste wichtige Schritt in diesem Zusammenhang war die Errichtung einer Holzhackschnitzelheizung mit einer Nennleistung von 440 kW, die jetzt am Standort Sedelsberg offiziell in Betrieb genommen wurde.

Die hier verwendeten Holzhackschnitzel stammen den Angaben zufolge aus eigenen Flächen sowie von Resthölzern aus der Kompostierung. „Die Umstellung von Erdöl und Erdgas auf Holz ist wirtschaftlich“, erläutert Moritz Böcking, Geschäftsführer von Klasmann-Deilmann. „Sie spart jedes Jahr 40 Prozent Energie beziehungsweise 250 Tonnen CO2 ein und erhöht damit die Nachhaltigkeit des Werkes Nord.“

Im Zuge der Umrüstung wurden ein neues Nahwärmenetz mit einer verlustminimierten Isolierung sowie regelbare Heizungsverteiler mit Effizienzpumpen installiert. Darüber hinaus soll die Wärmeversorgung des Fabrikgebäudes fortan über Lufterhitzer erfolgen, die die bislang genutzten Ölbrenner ersetzen. Durch die Umstellung auf Nachwachsende Rohstoffe (NawaRo) sowie die zusammenhängende Regelung des gesamten Heizsystems erwartet Klasmann-Deilmann Energieeinsparungen von etwa 480.000 kWh pro Jahr.

Das Pilotprojekt zählt laut Information zum Maßnahmenkatalog einer strategischen Neuausrichtung, mit der Klasmann-Deilmann sich auf die Anforderungen einer nachhaltigen Unternehmensführung einstellt. „Produktion und Vertrieb von Kultursubstraten werden auch zukünftig ein zentrales Standbein bleiben“, so Böcking. „Parallel dazu übertragen wir unser umfassendes Know-how auf den neuen Geschäftsbereich für Nachwachsende Rohstoffe und Erneuerbare Energien. Auf diese Weise stellen wir uns den Kriterien und stetig wachsenden Anforderungen einer nachhaltigen Unternehmensführung.“

Bereits heute baue Klasmann-Deilmann schnell wachsende Baumarten im Kurzumtrieb an und produziere daraus NawaRo-Brennstoffe für kommunale Kraftwerke, so Böcking. Vor diesem Hintergrund sei die Umstellung auf Erneuerbare Energien am Standort Sedelsberg ein folgerichtiger Schritt gewesen, dem weitere folgen werden. „Auf diesem Gebiet wollen wir kräftig wachsen“, sagt Böcking. „Wir haben diverse weitere Projekte im Gesamtspektrum Biomasse und Energieversorgung in der Pipeline.“ (ts)