Grüne Branche

Klasmann-Deilmann verbessert Klimabilanz

, erstellt von

Zufrieden mit dem Erreichen seiner Umweltziele zeigt sich der Substrathersteller Klasmann-Deilmann. „Wesentliche Nachhaltigkeitsziele für das Jahr 2015 haben wir erreicht“, lässt das Unternehmen angesichts seines soeben erschienenen Nachhaltigkeitsberichts 2015 verlauten.

Klasmann-Deilmann setzt unter anderem auf alternative Substratausgangsstoffe wie TerrAktiv. Foto: Klasmann-Deilmann

Die Klimabilanz des Unternehmens verbesserte sich demnach im Vergleich zum Vorjahr bei gleichzeitiger Produktionssteigerung leicht auf 271.000 Tonnen CO2-Äquivalente. Dies entspricht laut Klasmann-Deilmann einem durchschnittlichen Emissionswert von 80 Kilo je Kubikmeter Substrat und damit einer Reduktion um drei Kilo je Kubikmeter gegenüber 2014. Verifiziert wurde die Klimabilanz erneut durch unabhängige Experten entsprechend ISO 14064.

Wissenschaftliche Studie ermittelt Emissionen aus der Torfgewinnung

Seit Anfang 2015 führt das Unternehmen eine wissenschaftliche Studie in Deutschland und Litauen durch, um die Emissionen aus der Torfgewinnung zu ermitteln. „Vorläufige Messergebnisse lassen den Schluss zu, dass die tatsächlichen Werte deutlich unterhalb der bisherigen Annahmen – auch für unsere eigene Klimabilanz – liegen“, so Klasmann-Deilmann. Nach Beendigung des Projektes im kommenden Jahr werden die Ergebnisse erneut einem wissenschaftlichen Fachpublikum vorgelegt.

Im Herbst 2015 begann das Unternehmen mit einem umfangreichen Forschungsprojekt zur Torfmooskultivierung. Damit zielt es auf die Entwicklung eines weiteren nachwachsenden Substratausgangsstoffes.

Ziel: 15 Prozent alternative Substratausgangsstoffe bis zum Jahr 2020

Klasmann-Deilmann nutzt seit Jahrzehnten in zunehmenden Mengen alternative Substratausgangsstoffe wie Holzfasern und Grünkompost in der Substratherstellung. Die Produktion von Holzfasern stieg im Berichtsjahr auf 138.000 Kubikmeter, die Herstellung von Grünkompost erhöhte sich auf 96.000 Kubikmeter.

„Es bleibt dabei, dass wir bis zum Jahr 2020 den Anteil alternativer Rohstoffe auf 15 Prozent der Jahresproduktionsmenge steigern wollen“, bestätigt Geschäftsführer Norbert Siebels.

Klasmann-Deilmann: umfangreiche Kurzumtriebsplantagen

Klasmann-Deilmann verfügt insbesondere im Baltikum über umfangreiche Kurzumtriebsplantagen, die bei der sukzessiven Umstellung auf nachhaltige Energieträger von immer größerer Bedeutung sind. Das Unternehmen erweiterte die für Kurzumtriebsplantagen nutzbare Fläche um 263 auf 2.927 Hektar.

Erst kürzlich hatte der Substrathersteller die Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder und Staatssekretär Michael Rüter, den Bevollmächtigten des Landes Niedersachsen beim Bund, empfangen. Mit positiven Gesprächsergebnissen: Staatssekretär Rüter bot an, bei der Vermittlung des Themas alternativer Flächennutzungskonzepte in den Ministerien behilflich zu sein.

Fortschritte beim Klimaschutz durch Kurzumtriebsplantagen?

Laut Moritz Böcking, Geschäftsführer bei Klasmann-Deilmann, könnte die Anpflanzung von Kurzumtriebsplantagen zur Gewinnung nachhaltiger Energieträger oder die Bewirtschaftung von Flächen zur Torfmooskultivierung in Niedersachsen zu echten Fortschritten beim Klimaschutz und der Extensivierung der Landnutzung führen. Dazu müssten aber Regelungen neu bedacht werden. Die Industrie sei auf Unterstützung und eine Förderung solcher Initiativen angewiesen, insbesondere, wenn es um die Bereitstellung von Alternativen zum Torf gehe.

Um noch umfassender über das Thema zu informieren, schlug Rüter eine Infoveranstaltung „Garten und Boden 4.0“ vor, in deren Rahmen alle handelnden Akteure zu Wort kommen, Argumente ausgetauscht, Vorurteile ausgeräumt und Probleme direkt und miteinander diskutiert werden können. Denn der ergebnisoffene Dialog – auch mit der Torfindustrie – müsse frühzeitig geführt werden, um eventuelle Chancen nicht zu verpassen.