Kleeschulte: „Meilenstein für ökologische Erden“

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Geschäftsführer Dr. Wilfred Vrochte (l.) und Jens Steinweg von der Betriebsleitung präsentieren die Substratfaser „topora aqua“. Foto: Kleeschulte

Die Wasserspeicherung nachhaltiger Rohstoffe für Erden war die zu lösende Herausforderung an das Kleeschulte-Team aus Rüthen. „topora aqua“ ist das Ergebnis – ein Meilenstein für ökologische Erden sowie eine technische Raffinesse im Erdenwerk, berichtet Geschäftsführer Dr. Wilfred Vrochte.

Seit über zehn Jahren produziert Kleeschulte Erden nach eigenen Angaben hochwertige Substratfaser-Produkte aus heimischen Hölzern. Auch wenn Weiterentwicklungen der Substratfaser „topora“ verschiedene Nutzungshorizonte eröffneten, sollte die Wasserhaltefähigkeit im Vergleich zu Kokosmark und Torf deutlich erhöht werden.

Herstellungsverfahren bleibt Betriebsgeheimnis

Etwa zwei Jahre entwickelten die Mitarbeiter des westfälischen Erdenwerks mögliche technische Lösungen. Mit Erfolg, was erhebliche Investitionen im Erdenwerk zur Folge hatte, um die Anlagen zu realisieren. „Im Detail bleibt das Herstellungsverfahren selbstverständlich unser Betriebsgeheimnis. Letztlich wird ,topora aqua‘ ebenso wie alle anderen topora-Produkte durch Dampfaufschluss aus Holz gewonnen“, so Vrochte zu der Entwicklung.

Der Produktionsprozess indes wurde für die wasserspeichernde Variante der Kleeschulte-Substratfaser maßgeblich umgestellt. Rohstoffe, alle nachwachsend und damit mit einem sehr geringen CO2-Fußabdruck versehen, werden nun laut Hersteller in veränderter Form und Zusammensetzung dem Produktionsprozess zugeführt. Die eigentlichen Bearbeitungswerkzeuge mussten entwickelt und speziell für die Produktion hergestellt werden.

95 Prozent ökologisch wertvolle Rohstoffe

„Die getätigten Investitionen und Veränderungen sind bedeutend für unser Erdenwerk. Da die ,topora aqua‘ als Rohstoff ein ökologisch merklich günstiger Ersatz für Kokosmark und Torf darstellt, ist das ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Wir erreichen damit, dass wir mittlerweile 95 Prozent ökologisch wertvolle Rohstoffe einsetzen können. Die Branche kommt hier gerade einmal auf 16 Prozent“, ergänzt Vrochte seine Ausführungen.

Die neue Anlagentechnik sorge bei der Substratfaser für eine feinere Struktur. Die erheblich größere Oberfläche in den mikrofeinen Verästelungen schafft nach Angaben von Kleeschulte perfekte Bedingungen zur Anlagerung der Wassermoleküle. Und das Schrumpfungsverhalten der „topora aqua“ sei mit 15 Prozent erfreulich niedrig unter Torf und Kokosmark anzusiedeln.

Der mechanisch veränderte Dampfaufschluss bringe nur in Verbindung mit den neu verwendeten Ausgangsrohstoffen diese deutlich positiven Effekte. „Also wurden zusätzlich angepasste Materialzuführungen geplant und umgesetzt“, so Vrochte.

Kleeschulte entwickelt Anlagentechnik in Eigenregie

Die notwendige Anlagentechnik entwickelt das Kleeschulte-Team in Eigenregie auf Basis der langen Erfahrung in der Produktion von nachhaltigen Erden und Substraten. Selbst die Anlagen werden zu nennenswerten Teilen von eigenen Mechanikern gebaut, unterstützt von externen Maschinenbau-Unternehmen.

Die gewonnenen Rohstoffe setze nicht nur Kleeschulte in den eigenen Erden ein. „Andere Erdenwerke wissen die beständige Qualität der Rohstoffe zu schätzen und verwenden diese gerne in den eigenen Produkten“, berichtet Dr. Vrochte.

Mehr zu „topora aqua“ im TASPO Messejournal IPM 2018.