Grüne Branche

Kletterpflanzen: Fehler vermeiden bei Planung und Pflege

Entscheidend bei der Auswahl von Kletterpflanzen ist, bereits im Vorfeld genau zu überlegen, welche Pflanze für welchen Standort geeignet ist und auch welche Kletterhilfe die jeweilige Pflanze benötigt. Außerdem ist von Anfang an daran zu denken, dass später entsprechende Pflegemaßnahmen erforderlich sind und diese immer rechtzeitig eingeplant werden müssen. 

Hier hat der Efeu ein zweistöckiges Haus völlig berankt und ist mit den Trieben in zahlreiche Öffnungen eingedrungen.

Auf diese Weise können sich die Pflanzen optimal entwickeln, und Beschädigungen an Gebäuden, Mauern oder Klettergerüsten werden verhindert. So jedenfalls lautete das Fazit von Sebastian Thoellden während einer Präsentation an der Uni Hohenheim. Thoellden verdeutlichte diese Aussage anhand mehrerer Negativbeispiele und hatte Lösungsvorschläge erarbeitet.

Efeu beispielsweise neigt dazu, unter den Dachziegeln in das Gebäude-Innere zu wachsen und dadurch Feuchtigkeit in diesen Bereich zu bringen. Außerdem beschädigt er leicht die etwas brüchigen Fassaden älterer Häuser und verstopft die Dachrinne. Besser sei in solchen Fällen der Verzicht auf eine Fassadenbegrünung oder statt frei wachsender Pflanzen klassisches Spalierobst zu wählen, für das dann ein spezielles Spalier angebracht werden müsste.

In einem zweiten Beispiel schädigte Efeu eine ältere Stadtmauer aus Naturstein, indem die Pflanzenwurzeln in das Mauerwerk und selbst in die Entwässerungsanlagen eindrang.

Als Alternative nach dem Entfernen des Efeus schlug Sebastian Thoellden Wilden Wein (Parthenocissus quinquefolia) als Bewuchs vor. Allerdings erfordere auch der einen regelmäßigen Rückschnitt und eine Kontrolle sowie ständige Wartung der Entwässerungsanlagen. Blauregen (Wisteria sinensis) kann durch das zunehmende Dickenwachstum der Triebe durchaus Probleme bereiten, weil er das Rankgerüst aus seiner Verankerung reißt oder die eigentlich für Rosen vorgesehenen Rankbögen verbiegt. Verkürzte Pflegeintervalle und das teilweise Entfernen des Blauregens könnten Schäden minimieren. Besser geeignet wären an Rosenbögen allerdings die Waldrebe (Clematis montana ‘Rubens’) oder das Geißblatt (Lonicera caprifolium).

Auch die Rankhilfe muss zur ausgesuchten Kletterpflanze passen. Wilder Wein braucht für seine Kletterorgane raue und keine glatten Oberflächen, wie eine metallene Pergola. Abhilfe könne das Anbringen von Längs- und Querträgern bringen, um das Klettern des Weins zu fördern oder die Wahl schlingender oder rankender Pflanzen wie Kiwi (Actinidia chinensis), Pfeifenwinde (Aristolochia macrophylla) oder Blauregen (Wisteria floribunda). (gug)