Grüne Branche

„Klimabäume“ sind jetzt in Hamburg im Stresstest

Baumsortimente der Zukunft
In Ellerhoop trat endlich „Plan B“ in Kraft: Ende November 2014 fanden dank Unterstützung von Baumschulen und der Stadt Hamburg 114 Bäume aus dem Sortiment des Versuchsvorhabens „Klimawandel und Baumsortimente der Zukunft“ einen neuen Standort im Bezirk Hamburg-Mitte.

Seit 2011 werden unter dem Motto „Klimawandel und Baumsortimente der Zukunft“ auf dem Versuchsgelände in Ellerhoop insgesamt 240 Bäume von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (LKSH) auf ihre Zukunftsfähigkeit als Stadtbaum in Zeiten des Klimawandels geprüft (siehe auch Branchenbuch Baumschulwirtschaft 2014).

Aus Platznot eine Tugend gemacht
Die derzeitige Versuchsfläche, die der Landesverband Schleswig-Holstein im Bund deutscher Baumschulen (BdB) unentgeltlich zur Verfügung gestellt hat, reichte nach nunmehr vier Versuchsjahren nicht mehr aus, ein Verschulen war notwendig geworden. Da auf der Versuchsfläche keine Kapazitäten mehr frei waren, setzten die Mitarbeiter der LKSH „Plan B“ um, der seit Beginn des Vorhabens angestrebt wurde.

Danach sollte jeder zweite der insgesamt 240 Bäume (48 Baumarten und -sorten à jeweils fünf Bäume) des Ellerhooper Sortiments in die Stadt verpflanzt werden, um unter den dortigen Standortbedingungen weiter auf Klimatoleranz und zukünftige Eignung als Stadtbaum geprüft zu werden. Eine Prüfung der „Klimabäume“ unter den realen Bedingungen des Stressstandortes Stadt ist viel sinnvoller als unter den Idealbedingungen einer Baumschulfläche. Die gute Eignung des Standorts Hamburg für das Vorhaben bei gleichzeitig guter Erreichbarkeit von Ellerhoop aus machte die Stadt besonders attraktiv.

Die benötigten Baumstandorte wurden in den Stadtteilen Hamm, Hammerbrook, Rothenburgsort, Veddel und Wilhelmsburg gefunden, wobei die meisten entlang der Hauptverkehrsadern B4 und vor allem B5 (Eiffestraße) liegen, sowie an den davon abzweigenden Straßen östlich und südöstlich der Innenstadt.


Vergleich mit Projekten der Kooperationspartner
Die dabei gewonnenen Daten sollen mit entsprechenden Daten der in Ellerhoop verbliebenen Bäume verglichen werden. Außerdem soll ein Vergleich mit den Daten vorgenommen werden, die die Kooperationspartner seit mehreren Jahren in enger Zusammenarbeit mit der LKSH in vergleichbaren Projekten mit vergleichbaren Baumsortimenten deutschlandweit ermitteln: Klaus Körber, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Veitshöchheim („Stadtgrün 2021“), Dr. Matthias Zander, Humboldt-Universität zu Berlin, und Dr. Axel Schneidewind, Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau in Quedlinburg.

Dr. Andreas Wrede, LWK Schleswig-Holstein, Abteilung Gartenbau, Ellerhoop


Kooperierende Baumschulen

Die folgenden Baumschulen haben das Projekt „Klimawandel und Baumsortimente der Zukunft“ in größerem Umfang aktiv unterstützt:
Clasen & Co., Pinneberg
Heinrich Heydorn sen., Bevern
Heydorn Söhne, Klein Nordende
Lorberg, Ketzin/Tremmen
Lorenz von Ehren, Hamburg

Lesen Sie den ganzen Artikel mit vielen weiteren Informationen in Ausgabe 02/2015 Deutsche Baumschule.