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Klimagewächshäuser in Al Ain offiziell eröffnet

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Regional erzeugtes Fruchtgemüse für die Vereinigten Arabischen Emirate sollen ab sofort zwei Klimagewächshäuser in Al Ain liefern. Mit der feierlichen Eröffnung am Wochenende ist jetzt der offizielle Startschuss für das gemeinsame Projekt von BayWa AG und Al Dahra Holding LLC gefallen.

Bis zu 6.000 Tonnen Tomaten pro Jahr

Die ersten 1,5 Tonnen Snack-Tomaten wurden bereits vor einigen Wochen in der insgesamt zehn Hektar großen, hochmodernen Produktionsanlage geerntet. Vor etwa drei Monaten wurden die ersten 90.000 Setzlinge in den Klimagewächshäusern in erdeloser Kultur gepflanzt. Später sollen hier jährlich bis zu 6.000 Tonnen Tomaten für den lokalen Markt wachsen.

„Local for local ist ein wichtiges Instrument, um auch zukünftig die nachhaltige Versorgung der Menschen angesichts von Klimawandel, Bevölkerungswachstum und abnehmender Agrarfläche weltweit zu verbessern“, sagt Klaus Josef Lutz, Vorstandsvorsitzender der BayWa AG.

Ernte schon vor Produktionsbeginn vermarktet

Die Klimagewächshäuser würden vor diesem Hintergrund einen Meilenstein in der Geschichte der Vereinigten Arabischen Emirate darstellen und dazu beitragen, den Staat auf der Arabischen Halbinsel unabhängiger von Lebensmittelimporten zu machen und so die Versorgungssicherheit deutlich zu steigern.

Die gesamte Produktionsanlage in Al Ain umfasst zwei Klimagewächshäuser à fünf Hektar. Zeitgleich zum Erntestart wurde das zweite Klimagewächshaus am Standort in Betrieb genommen und bepflanzt. Bereits vor dem Produktionsbeginn war die komplette erste Ernte lokal vermarktet gewesen, da in den Vereinigten Arabischen Emiraten eine hohe Nachfrage an regional und nachhaltig erzeugtem Obst und Gemüse besteht. Die maximale Erntemenge wird mit 15 Tonnen Tomaten wöchentlich angegeben.

Klimagewächshäuser für ganzjährige Produktion

Die modernen Klimagewächshäuser in Al Ain ermöglichen laut BayWa ein stabiles Klima und damit eine ganzjährige Produktion, unabhängig von den äußeren Bedingungen. Dabei folgten Produktion und Ernte europäischen Standards. Ein weiterer Vorteil sei die hohe Lebensmittelsicherheit aufgrund der kontrollierten Bedingungen und des Hygienekonzepts.

Im Vergleich zu üblichen Gewächshäusern soll das System mehr als zwei Drittel Wasser sparen und bis zu 70 Prozent weniger Pflanzenschutzmittel benötigen. Dabei kann die zehnfache Gemüsemenge im Vergleich zur Freilandproduktion geerntet werden, führt BayWa gegenüber der TASPO aus. Eine Produktion sei außerdem in nahezu allen Klimazonen möglich, in denen eine Freilandkultivierung aufgrund der natürlichen Bedingungen (zu heiß, zu kalt) nicht (ganzjährig) möglich ist.

In puncto Wasserversorgung hat laut BayWa der sorgsame Umgang mit Ressourcen oberste Priorität. „Insbesondere das verwendete Wasser, das teils aus dem Grundwasser, teils aus Entsalzungsanlagen stammt, wird den Pflanzen genau dosiert direkt an die Wurzel geliefert. Darüber hinaus sind wir in der Lage, Regenwasser aufzufangen und zu speichern. Verbrauchs- und Verdunstungswasser wird rückgewonnen und geht so in den Kreislauf zurück“, erläutert der international aktive Argrarhandels- und -zulieferkonzern gegenüber der TASPO.

Konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Zum nötigen Temperatur-Management, damit es den Tomaten nicht zu heiß wird, ergänzt der Konzern: „Das Klimagewächshaus ist sowohl baulich als auch technisch so konzipiert, dass über die gesamte Länge eine gleichmäßige Temperatur von 24 Grad und 75 Prozent Luftfeuchtigkeit herrschen. Die heiße, trockene Außenluft wird dabei heruntergekühlt und die Luftfeuchtigkeit erhöht und anschließend über variabel steuerbare Ventilatoren in den Produktionsbereich geblasen. Dieses technische Prinzip funktioniert auch in kalten Umgebungen.“

Die von speziell ausgebildeten Pflückern per Hand rot geernteten Tomaten aus Al Ain werden anschließend vollautomatisch in Schalen unterschiedlicher Größe verwogen und verpackt. Die unter Nachhaltigkeitsaspekten entwickelte Verpackung wurde eigens für die Vermarktung in den Emiraten konzipiert und verfügt über eine 22-mal wiederverschließbare Folie.